Montag, 28. Februar 2011

Dom Gérard Calvet OSB, 1

Dom Gérard Calvet OSB, + 28. Februar 2008

Am 28. Februar 2008 verstarb Dom Gérard Calvet OSB, Gründer und erster Abt der Benediktinerabtei Sainte-Madeleine du Barroux.

Geboren wurde Dom Gérard am 18.11.1927 in Bordeaux. Im Jahr 1950 trat er in Madiran in den Pyrenäen in ein Benediktinerkloster ein. Nachdem das Kloster nach Tournay verlegt worden war, legte er hier 1951 seine ersten Gelübde ab. Am 13.5.1956 empfing er die Priesterweihe.

Pater Gerard in Bedoin
1970 erhielt er die Erlaubnis seines Abtes, ein Leben als Eremit zu führen. Am 24.8. kommt er bei der kleinen Kapelle der Hl. Maria Magdalena in Bédoin in den französischen Alpen an, wo er weiter die lateinische Messe seiner Priesterweihe und das lateinische Offizium feiern und in aller Stille beten und arbeiten wollte.

Schon bald zog sein Zeugnis andere an. Drei Tage nach seiner Ankunft in Bédoin meldete sich der erste Interessent, aber Pater Gérard wies den jungen Mann ab. Doch der kam am 15. November zurück und blieb als Postulant. Schon bald folgten ihm andere nach, die in der kleinen Kirche von Bédoin Messe und benediktinisches Chorgebet in lateinischer Sprache feierten. Im folgenden Jahr begann die junge Gemeinschaft, das verfallene Priorat von Bédoin wieder aufzubauen.


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Sonntag, 27. Februar 2011

Dominica in Sexagesima

Aus dem Graduale Cisterciensae,Westmalle.

Benedictus-Antiphon der Laudes

Aus dem alten Zisterzienser-, Trappisten-Antiphonarium
Als viel Volk bei Jesus zusammengekommen war, 
und die Leute aus den Städten zu Ihm eilten, 
sprach Er zu ihnen dieses Gleichnis: 
Ein Sämann ging aus, seinen Samen zu sähen.

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Samstag, 26. Februar 2011

Vatican-Magazin

Diese Monatszeitschrift ist nur zu empfehlen. 
Immer äußerst informativ und mit sehr schönen Bildern gespickt.

Ausgabe Februar 2011

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Freitag, 25. Februar 2011

Freitag, die Neunte Stunde

Gütiger Herr Jesus Christus, 
ich flehe dich an: Laß dein Leiden mir Kraft sein, 
durch die ich gefestigt, beschützt und verteidigt werde;
laß deine Wunden als Speise und Trank für mich 
Sättigung, Labung und Freude sein; 
durch die Besprengung mit deinem Blute wasch all meine Sünden ab; 
dein Tod sei mir unversiegliches Leben, 
dein Kreuz ewige Glorie. 
All dies sei Erquickung, Wonne, Heil und Süßigkeit für mein Herz; 
der du lebst und herrschst in alle Ewigkeit. Amen.

Kreuzabnahme, 1634, Rembrandt (1606-1669), St. Petersburg

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Gregorios: Sitzen

Von unserem heiligen Vater
Gregorios dem Sinaiten
darüber, wie man sitzen soll
bevor ein jeder das Gebet sprechen soll.

Sitze einmal auf einem Hocker, da es mühevoller ist,
ein andermal auf einem Lager
der Erholung und Ruhe des Leibes wegen.
Verweile mit Ausdauer auf deinem Sitz, und sitze,
solange es dir möglich ist, damit du das Gebot des
göttlichen Paulus erfüllst, der uns anweist,
lange Zeit im Gebet zu verweilen
und ausdauernd im Gebet zu sein.
Sei nicht verzagt,
lass dich nicht von der Mühe beschweren,
und steh nicht sogleich wieder auf,
sondern sitze mit äußerster Ausdauer.
Neige dein Haupt,
sammle deinen Geist in deinem Herzen, und
rufe den Herrn zum Beistand an, indem du das
Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner sprichst.
Und wenn dich der langen Zeit wegen
Deine Schultern und dein Kopf schmerzen,
halte großherzig aus, und suche unter diesen Schmerzen
in deinem Herzen mit Verlangen und großer Sehnsucht
den Herrn zu finden. Denn das Himmelreich gehört jenen,
welche sich selbst Gewalt antun,
und die Gewalttätigen reißen es an sich,
die der Herr sagte, da er mit diesen Worten die Kraft,
die Beherztheit und die Mühen aufzeigen wollte, welche
das Gebet besitzt. Denn die Ausdauer bei jedem Werk,
welches der Mensch vollbringt, sie ist es,
welche die Mühen hervorbringt
für die Seele sowie für den Leib.
(Philokalie, Bd. 5)

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Donnerstag, 24. Februar 2011

Frauenkloster in Marseille

Sehr gerne verweise ich mit diesem Link, nicht nur auf einen 
hervoragenden Blog,
sondern auch auf  faszinierende Bilder für diejenigen, die sich 
für streng-kontemplative-Klöster interessieren.

Ja, Herr, wenn es DEIN Wille ist!
Hier
           hier
                    und hier.

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Le Barroux OSB

Konventamt in St. Madeleine du Barroux, Erhebung der Hostie

Hoc est enim Corpus meum.

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Mittwoch, 23. Februar 2011

Die Heilige Messe, 12

XII. Durch Brot und Wein

Vorbereitung von Brot und Wein
Mit der Opferung beginnt jene Heiligung der Materie, deren Vollendung die Konsekration sein wird. Brot und Wein werden Gott dargebracht.  Es sind die gleichen Substanzen, die Jesus beim letzten Abendmahl als sichtbare Zeichen seiner eigenen Opferung wählte. Dieses Brot und dieser Wein sind nun Symbole des Leibes und Blutes Christi und bei der Wandlung werden diese Gaben wahrhaftig zum Fleisch und zum Blute Christi.

Wenn Du nichts anderes dem Herrn zu opfern hast,
dann bring ihm nur deine Arbeit und deine Mühen,
vielen Menschen hat es viele Anstrengungen gekostet,
dieses Stücklein Brot, das hier auf der Patene ruht.
Wenn deine Hand leer, wenn dein Mund schmerzlich trocken ist,
 biete Gott dein verwundetes Herz an, alles was du gelitten.
Damit der Wein in den Kelch fließe,
musste nicht die Traube zerquetscht und die Beere geöffnet werden?
Wenn du nichts in dir hast als Sünde und Bitterkeit,
Lebensüberdruss und die ganze Angst der Menschheit,
dann sollen deine Hände nur alle diese armseligen Dinge
dem Himmel entgegen heben, denn die ewige Barmherzigkeit
hat sie schon im Voraus bei ihrem Mahle entgegengenommen.
Und wenn du nicht einmal mehr die Kraft hast, etwas darzubringen
und Gott anzuflehen, wenn alles in dir Abwesenheit und Verlassenheit ist,
dann nimm es nur schweigend hin,
dass ein anderer sich deiner für dich annimmt und dich hinnimmt,
damit Opfer und Opfernder eine einzige Gabe werde.

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Dienstag, 22. Februar 2011

Die Heilige Messe, 11

XI. Opferung

Gebete bei der Opferung
Der erste Akt des Mysteriums ist die Opferung; eingebettet in mehreren Gebeten. Das eine Gebet ist beweglich, nämlich dem Tag oder dem Fest angepasst. Die weiteren, gleichbleibende Gebete folgen:  Gott werden die Opfergaben und die Opfernden dargebracht

Dieses Brot und dieser Wein, die Dein Priester Dir darbringt, o Herr, ich will, dass es in Wahrheit mein Brot sei, wahrhaft mein Wein.
Ich bin es, der ich sie Dir darbringe, als könnte ich sie selbst, wie in den früheren Zeiten, zum Tisch hinbringen, nahe Deinem Altar.
Bei Deiner Messe, bei Deinem Opfer will ich wahrhaft zugegen sein, durch meinen Glauben und durch die Hingabe meines Herzens: ich will auf Deine Geheimnisse achten und sie annehmen.
Ich will teilhaben an diesem von einem einzigen Geist erfüllten Opfer, das die Gesamtkirche, von Jahrhundert zu Jahrhundert, Dir jeden Tag entgegenbringt.
Ich will einer unter diesen allen sein, Glied eines einzigen Körpers, Lamm einer einzigen Herde, damit mein Heil nicht getrennt sei vom Heil der anderen.
Dir allein will ich mich jetzt überlassen, damit alles wirklich in diesem Sinne vollbracht werde und damit mein Opfer Dir wohlgefalle.

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Montag, 21. Februar 2011

Abtei St. Benedictusberg, OSB


Aus „Erbe und Auftrag“ 1,2011 „Ich möchte mehr den Weg des Herzens gehen“, die Abtei Vaals zwischen Ideal und Realität, von Maria van Mierlo.

Abt Adrian Lenglet:
„Es war eine Einstellung,[…] Sie lässt sich ungefähr so zusammenfassen: Hier geht es besser als in anderen Klöstern.“
„Doch das stimmt nicht! Es ist nicht wahr! Die Ereignisse haben uns inzwischen in die Realität zurückgeholt. Wir stehen wieder mit beiden Beinen auf dem Boden, ohne den geringsten Grund, uns selber auf die Schulter zu klopfen. Nichts gibt uns einen Vorsprung – nicht, nicht, wie viele Psalmen wir singen, nicht, wie gut es uns gelingt, den status quo aufrecht zu erhalten. Das ist lediglich eine Frage der Form. Alles ist überall dasselbe: was hier geschieht, geschieht woanders ebenso und umgekehrt. Diese Einsicht macht Demütig, und dafür bin ich dankbar.“
Chorgebet in der Abteikirche, modern in den 60er Jahren, viel Beton, nüchtern
Die Benediktinerabtei St. Benedictusberg bei Vaals in den Niederlanden, direkt hinter der Landesgrenze bei Aachen, war über Jahrzehnte eine Art „Vorzeigeabtei“. Man sagte: Vaals docet – Vaals lehrt, wie es zu gehen hat. Noch in den 80er Jahren konnten in Vaals immer noch Novizen aufgenommen werden, aber zur Feierlichen Profess kam es selten. Die Anzahl der Mönche ging immer weiter zurück, bis auf heute ungefähr 18. Die Abtei gehört zur Kongregation von Solesmes; mit einem ausgesprochen und würdigen Chorgebet und Konventamt. Alles in Latein - novos ordo.

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Sitzen, - (Anonymus)

Sitzen lernen 

Ein Bruder aus der Sketis beabsichtigte, sich für die Ernte zu verdingen, begab sich aber vorher noch zu einem berühmten Alten und fragte ihn: „Sag mir, was soll ich tun? Ich trage mich mit der Absicht, zur Ernte wegzugehen.“
Da fragte ihn der Alte: „Und wenn ich dir antworte, wirst du meinem Rat auch vertrauen?“
Der Bruder versprach: „Ja, ich werde auf dich hören.“
Der Alte riet ihm also: „Geh, sag deine Teilnahme an der Ernte ab,
komm hierher zurück und ich werde dir sagen, was du tun sollst.“
Der Bruder ging also, meldete seinen Verzicht auf das Ernten und kam zurück zum Alten. Dieser sprach zu ihm:
„Ziehe dich zurück in dein Kellion, halte ein fünfzigtägiges Fasten, indem du täglich nur einmal ein wenig trockenes Brot und Salz isst. Anschliessend werde ich eine weitere Übung für dich anordnen.“ 

Er ging also weg, tat wie befohlen und kehrte dann zum Alten zurück. Der Alte merkte, dass der Bruder ein „Arbeiter“ [das heisst einer, der sich mit grosser Ausdauer bemüht] war, und so erklärte er ihm nun, wie man im Kellion sitzen müsse. 
Der Bruder ging zurück in sein Kellion, warf sich auf sein Angesicht und weinte drei Tage lang vor Gott.
Danach, wenn ihm die Gedanken jeweils einredeten:
„Hoch hinaus hast du’s gebracht, gross bist du geworden!“, so hielt er sich seine Fehler vor Augen und sagte: „Und wo sind alle meine Vergehen?“ 
Wenn sie ihm hingegen vorwarfen: „So viele Fehler hast du begangen!“, so sagte er: „Aber ich habe für Gott meine kleinen Gottesdienste gehalten, und ich vertraue darauf, dass Gott sich meiner erbarmt.“ Und die besiegten bösen Gedanken (Geister) erschienen ihm sinnlich wahrnehmbar und gestanden: „Du hast uns bezwungen.“ Er fragte: „Wie das?“ Sie antworteten: „Wenn wir dich erhöhten (mit Lob bedachten), dann wandtest du dich sofort zur Demut; wenn wir dich grundlos demütigten, stiegst du empor [hieltest dich aufrecht].“ 
[Anonymus (N 291)]

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Sonntag, 20. Februar 2011

Paphnutius

Heiliger Paphnutius - von der thebäischen Wüste.

Paphnutius oder Paphnutios

Er war  Bischof und lebte im 4. Jahrhundert, gestorben um 360 in Ägypten.
Maximinus Daja, der Christenverfolger, ließ ihm um das Jahre 308 ein Auge ausstechen und die Kniekehle durchtrennen. Dann wurde er zur Zwangsarbeit im Bergwerk verurteilt. Nach seiner Befreiung im Jahre 311 lebte er mehrere Jahre als Mönch bei Antonios dem Großen. Er wurde Bischof der oberägyptischen Thebais und war ein großer Kämpfer gegen den Arianismus. 
Nach Sokrates trat er auf dem l. Konzil von Nikaia (325) als Bischof der Thebais auf. 
Weil er in der Christenverfolgung ein Auge verloren hatte und er ein sehr asketisches Leben führte, genoss er hohes Ansehen in Nikaia.

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Sitzen, - Paphnutios

Einfach sitzen 

Einem Bruder, der in der thebaischen Wüste sass, kam ein Gedanke:
„Was sitzest du hier so unfruchtbar? 
Mache dich auf und geh in ein Koinobion, dort wirst du Frucht bringen.“
Er stand auf und begab sich zu Abbas Paphnutios
und erzählte ihm von dem Gedanken. 
Der Alte sagte ihm: „Fort, setze dich [wieder] in dein Kellion: 
Verrichte je ein Gebet am Morgen und am Abend und eines in der Nacht. 
Wenn du Hunger hast, iss, wenn du Durst hast, trink, wenn du einnickst, lege dich hin zum Schlafen. 
Aber bleibe in der Wüste und lass dich nicht auf diesen Gedanken ein.“ 

Der Bruder kam aber auch noch zu Abbas Johannes und berichtete ihm von den Ratschlägen, die ihm Paphnutios erteilt hatte. 
Da sagte ihm Abbas Johannes: „Du brauchst nicht einmal zu beten. 
Setze dich nur in dein Kellion.“ 

Und er stand auf und ging zu Abbas Arsenios und erzählte ihm alles. 
Der Alte sagte ihm:
„Halte an dem fest, was die Väter dir sagten. 
Mehr dazu habe ich dir nicht zu sagen.“
Voller Zuversicht ging der Bruder weg.
[Paphnutios 5 (Ap 790)]

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Samstag, 19. Februar 2011

Sitzen, - Serapion

Nichts bringt soviel Nutzen wie das Sitzen 

Ein Bruder begab sich zu Abbas Serapion. Dieser forderte ihn auf, der Gewohnheit entsprechend ein Gebet zu verrichten. Der Bruder aber bezeichnete sich als Sünder, der des Mönchsgewandes unwürdig sei und weigerte sich zu beten. Da wollte ihm Serapion die Füsse waschen, was der Bruder mit denselben Worten verwehrte und nicht zuliess. 
Um ihn zumindest zum Essen zu veranlassen, begann Serapion zu essen. Und er ermahnte den Bruder und sprach:
„Kind, wenn du Nutzen finden willst, harre aus in deinem Kellion, achte auf dich selbst und deine Handarbeit. Das Ausgehen bringt nämlich nicht soviel Nutzen wie das Sitzen.“ 

Als der Bruder dies hörte, ärgerte er sich, und sein Aussehen veränderte sich so, dass sein Unmut dem Alten nicht verborgen blieb. 
Da sagte Abbas Serapion zu ihm:
„Bis jetzt sagtest du, du seist ein Sünder, klagtest dich selbst an, des Lebens nicht würdig zu sein. Und nun habe ich dich in Liebe ermahnt, und du wirst dermassen ungehalten? Wenn du demütig sein willst, so lerne, was andere dir zutragen, deiner Berufung entsprechend anzunehmen, 
und halte dich zurück mit unnützen Reden.“
Als der Bruder dies hörte, fiel er dem Alten zu Füssen und ging dann mit grossem Gewinn weg. 
[Serapion 4 (Ap 878)]

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Freitag, 18. Februar 2011

Instruktion-Klarstellung zum Motu Proprio Summorum Pontificum

Ich habe schon unterschrieben  - wer macht noch mit....?
 Und hier der Text: 
Gesuch an den Heiligen Vater, Papst Benedikt XVI., betreffend die Instruktion/Klarstellung zum Motu Proprio Summorum Pontificum

Heiligster Vater! Wir, die Unterzeichneten:

1.      bekunden Eurer Heiligkeit unsere tiefe Dankbarkeit für das persönliche liturgische Beispiel, das Sie der Weltkirche geben. Sie sind ein wahrer homo liturgicus, dessen Liebe für die heilige Liturgie begeistert; es lehrt klarer als Worte die zentrale Bedeutung der Liturgie im Leben der Kirche.
2.      danken Eurer Heiligkeit für Ihr Geschenk, das Sie der Kirche im Jahr 2007 gemacht haben: das Motu Proprio Summorum Pontificum. Seit 2007 hat es viele Früchte getragen, darunter größere Einheit in der Kirche Christi und eine umfassende Bereicherung des liturgischen Lebens der Kirche.
3.      nehmen mit Betrübnis den fortgesetzten und echten Widerstand gegen die Umsetzung von Summorum Pontificum in vielen Diözesen und von Seiten vieler Mitglieder der Hierarchie wahr, das Leiden und die Not, die dies weiterhin vielen Christgläubigen bereitet, und das Hindernis, das dieser Widerstand für eine wirkliche Versöhnung innerhalb der Kirche bedeutet.
4.      sehen mit Sorge die Anzeichen dafür, daß eine bevorstehende Instruktion zu Summorum Pontificum in irgendeiner Weise das, was Sie rechtlich in diesem Motu Proprio festgesetzt haben, schmälern und Abstriche an der großzügigen Anwendung im Geiste der Weitherzigkeit machen wird, die Eure Heiligkeit so beredt in dem Begleitbrief zum Motu Proprio erläutert haben: „Machen wir unser Herz weit auf, und lassen wir all dem Raum, wozu der Glaube selbst Raum bietet.“
5.      drücken unsere schwere Besorgnis aus, dass jegliche restriktiven Maßnahmen Ärgernis, Uneinigkeit und Leiden in der Kirche hervorrufen und die Versöhnung vereiteln würden, die Sie so ernstlich wünschen, sowie auch die weitere liturgische Erneuerung und Entwicklung in Kontinuität mit der Tradition behindern würden, die schon eine so große Frucht Ihres Pontifikats darstellt.
6.      sprechen unsere Hoffnung, unseren Wunsch und unsere dringende Bitte aus, daß nicht zugelassen werde, daß das Gute, das Eure Heiligkeit persönlich durch Summorum Pontificum begonnen haben, durch solche Restriktionen gehemmt wird.
7.      wenden uns mit kindlichem Vertrauen und als gehorsame Söhne und Töchter an Sie, Heiligster Vater, und bitten Sie dringend unsere Besorgnisse zu erwägen und einzuschreiten, wenn Sie es für nötig erachten.
8.      versichern Eure Heiligkeit unseres fortwährenden Gebets, unserer tiefen Zuneigung und unserer Ergebenheit.

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Jesu Todesstunde

O Jesus 
Crucifix, Giovanni Bellini (1430-1516), Museo Correr (Venice, Italy)

O Jesus, all mein Leben bist Du, - ohne Dich nur Tod.
Meine Nahrung bist Du, - ohne dich nur Not.
Meine Freude bist Du, - ohne Dich nur Leid.
Meine Ruhe bist Du, - ohne Dich nur Streit.
O Jesus, all mein Glaube bist Du, - Ursprung allen Lichts.
Meine Hoffnung bist Du, - Heiland des Gerichts.
Meine Liebe bist Du, - Trost und Seligkeit.
All mein Leben bist Du, - Gott der Herrlichkeit. Amen.

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Sitzen, - (Anonymus)

Keine Besuche – Weitersitzen 

Ein Bruder in Kellia befeuchtete seine Palmzweige und als er sich setzte um zu flechten, kam ihm ein Gedanke: „Geh und besuche jenen Alten!“ Da sagte er zu sich: „In einigen Tagen will ich gehen.“ Der Gedanke redete weiter auf ihn ein: „Wenn der Alte nun stirbt? Was machst du dann? Geh und sprich mit ihm, jetzt ist (Ernte-)Zeit.“ Der Bruder sagte bei sich: „Aber nein, jetzt ist nicht die rechte Zeit.“ Und wieder bedrängte ihn der Gedanke: „Aber, wenn du die Binsen schneidest, dann ist der rechte Zeitpunkt sicher gekommen.“ Da sagte er zu sich: „Ich flechte diese Palmblätter fertig und dann will ich mich aufmachen.“ Aber dann sagte er sich: „Heute ist die Luft so frisch!“ Und er stand auf, liess seine befeuchteten Palmzweige liegen, nahm seinen Mantel und ging. 

Es lebte in seiner Nachbarschaft ein hellsichtiger Alter, und wie der ihn davoneilen sah, schrie er ihn an: „Gefangener, Gefangener, komm hierher!“ 
Und als der Bruder bei ihm war, sprach er: „Kehre zurück in dein Kellion!“
Und der Bruder erzählte ihm von seinem Kampf. 
Als er in sein Kellion zurückgekehrt war, warf er sich voll Reue und neuer Zuversicht zu Boden. Die Dämonen aber riefen mit lauter Stimme: „O Mönche, ihr habt uns besiegt!“ 
Da wurde die Matte unter ihm brennendes Feuer und die Dämonen entschwanden wie Rauch.
[Anonymus (N 278)]

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Donnerstag, 17. Februar 2011

Sitzen, - Poimen

Du lebst noch? Sitze! 

Einst hatte Paesios, der Bruder von Abbas Poimen, eine Beziehung zu jemandem ausserhalb seines Kellions. Dies wollte Abbas Poimen nicht, und er stand auf und floh zu Abbas Ammonas und sagte zu ihm: 
„Paesios, mein Bruder, hat mit jemandem eine Beziehung, und dies lässt mich nicht mehr zur Ruhe kommen.“
Darauf erwiderte Abbas Ammonas: 
„Poimen, du lebst noch? Fort, setze dich in dein Kellion und präge deinem Herzen ein, dass du schon ein Jahr lang im Grab bist!“ 
[Poimen 2 (Ap 576)

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Mittwoch, 16. Februar 2011

Trappistinnenkloster Gethsemani

Schwester Praxedis gründete gemeinsam mit Schwester Josepha 
am 18. April1984 das Kloster Gethsemani auf dem Donnersberg in der Pfalz.

Schwester Praxedis, eine Künstlerin, hier  in der Paramentenwerkstatt

Zunächst lebten die beiden Nonnen, die ihre bisherige Heimat, die Trappistinnenabtei Maria-Frieden, verließen, mit einem Indult des Bischofs von Speyer und unter der Aufsicht des Abtes der Trappistenabtei Echt, Dom Chris, in dem ehemaligen Sanatorium. Sie führten ein sehr hartes Leben, welches mit der Strenge des Ordenslebens nicht einfacher wurde. Immer darauf bedacht, das ursprüngliche zisterzienisisch-trappistische Ideal in der heutigen Zeit zu leben, führten sie dieses Leben auch immer in der Hoffnung, vom Orden angenommen zu werden und Novizinnen zu Nonnen ausbilden zu können. Bald zeigten einige Frauen Interesse an ihrem Leben und schlossen sich ihnen an. Schließlich wurde im Jahre 2003 die kleine Klostergemeinschaft offiziell in den Trappistenorden aufgenommen. Schwester Praxedis wurde ihre erste Priorin.

Schwester Josepha, die in ihrem Leben an drei Gründungen beteiligt war, starb 30.12.1992. Geboren 1911, trat sie 1933 in das Trappistinnenkloster Chimay ein. Dort legte sie auch ihre einfachen Gelübde ab, bevor sie Gründungsschwester für Koningsoord wurde. Dort legte sie 1938 ihre feierliche Gelübde ab. 1952 wurde sie gemeinsam mit anderen Nonnen zur Gründung von Maria-Frieden in der Eifel nach Deutschland entsandt. Im Alter von 72 Jahren gründete sie mit Sr. Praxedis das Kloster Gethsemani.Ihr Motte für die Gründung lautete: "Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. - Wenn es aber stirbt bringt es viele Frucht." (Joh 12, 24)

Wer Näheres über das Kloster erfahren möchte kann sich auf deren Homepage informieren
http://www.kloster-gethsemani.de

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Die Heilige Messe, 10

X. Richtschnur unseres Glaubens

Das Credo
Alles, was man mich gelehrt hat, glaube ich aus ganzer Seele! Das ist die Bedeutung des Credo.
Das Credo ist der Sonntagsmesse vorbehalten. Es soll ja von allen gesungen werden damit der wahre Glaube sich strahlend bekräftige.

Lass jedesmal mein Tauflied sich erneuern
Sooft ich nur des Credos Worte spreche
Im festen Wissen meiner Sicherheit und in der tiefen Neigung, die mein Herz erfüllt.
Wie und warum ich glaube, ruf ich laut,
aufrecht und offen im Aufschwung der Gemeinde so wie es einst schon war, wie es heut noch ist,
wenn hoch die Zeit uns die Gefahren türmt.
Beteuern will ich stolz, dass ich ihr ganz gehöre
der Mutter Kirche, denn sie hütet was ich glaube. Die Worte, die sie lehrte mich, sie empfängt sie selbst vom unfehlbaren Lichts des Heiligen Geists.

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Dienstag, 15. Februar 2011

Die Heilige Messe, 9


IX. Wort Gottes

Evangelium
Der Höhepunkt der Vormesse ist erreicht. Jetzt will sich Gott selbst vernehmbar machen. Deshalb wird dieser Teil der heiligen Messe mit einer ganz besonderen Feierlichkeit umgeben. Wir hören die Stimme des menschgewordenen Gottes.

Christus spricht zu dir: Höre!
Das ist der Bericht über sein Leben und seine Lehre, die eins sind.
Er wird dieses Kind gewesen sein, empfangen durch den heiligen Geist im Schoße einer Jungfrau; dieser Neugeborene der Krippe, versprochen der Demut und der Hingabe; der Sohn des Arbeiters und er selbst ein Arbeiter, dessen Hand Hammer und Hobel führte; Er, der auf den Hügeln Galiläas gesprochen hat und auf den Wassern des Sees von Tiberias; Er, der den Knecht des Hauptmanns geheilt, die stürmische Woge beruhigt, der den Lazarus aufgeweckt hat; Er, der sich als vollkommener Mensch erwies, als einzigartiges Vorbild, als unübertreffliches Beispiel,
das alles: höre es!

Er wird die Menschen gelehrt haben, einander zu lieben, den Feinden zu verzeihen und sie wie Brüder zu behandeln, rein zu sein wie Er es war, demütig von Herzen wie Er selbst, Er wird sie gelehrt haben, in der Gegenwart des Vaters zu leben, so wie er in ihr lebte, Er wird ohne Aufhören die Liebe bezeugt haben, die Wahrheit, die Gerechtigkeit, alle Dinge, die mehr wert sind als das Leben:
höre es; höre es!

Und wenn er einst von Hass überhäuft, verraten, ausgeliefert und der äußeren Schmach wird überliefert worden sein, wenn sein menschlicher Leib mehr gelitten haben wird als du jemals leiden könntest, wenn er gestorben sein wird, wie du einst sterben wirst, nur unter viel schrecklicheren Qualen, im Entsetzen und der Schande der Todesstrafe,
dann hat er durch sein Beispiel enthüllt, wie der Tod vom Siege verschlungen werden kann, und dass du, losgekauft durch Ihn, dem Leben versprochen bist;
höre es,  mein Herz, höre es!

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Montag, 14. Februar 2011

Requiem

Ein Freund der Abtei Mariawald wurde zu Grabe getragen. R.I.P.
Reqiem am 12. Februar 2011.

Mariawald, Requiem, Vater Abt beim Stufengebet

Introitus der Zisterzienser

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Sonntag, 13. Februar 2011

Agenda Germaniae

Brief von Andreas Jungmann an Pater Leiber 1948

[…] Sie werden sich wundern, heute von mir einen Brief zu erhalten. Aber ich möchte Ihrer wohlwollenden Förderung einer Sache empfehlen, […] In den nächsten Wochen wird Kardinal Frings in Rom sein und er wird, wie mir mitgeteilt  wird, den Entwurf zu einem Rituale Germaniae  (oder […] Agenda Germaniae) mitbringen, um dafür die Approbation zu gewinnen und so die Mögichkeit zu schaffen, dass jede einzelne Diözese, die eine Änderung durchführen will, es kurzerhand annehmen kann […]. Die Schlussredaktion lag bei „dem Bischof von Mainz, Guardini, Sekretär Wagner, einem Philologen und mir“.  Das geschah 1944 in Mainz. „Ich glaube, dass der neue Entwurf, der natürlich das Römische Rituale als Grundlage hat und lateinisch-deutsch abgefasst ist, viel Gutes hat. […] Ich glaube, Sie würden ein gutes Werk tun, wenn Sie gegebenen Ortes ein gutes Wort dafür einlegen.“

Was die Liturgie angeht, war Pius XII. zweifellos ein wahrer Reformpapst, aber was er gefördert hat, war kein übereilter Wechsel. Wie immer prüfte und überlegte Pius XII. die Sache, und erst nach Kenntnis verschiedener Beurteilungen nahm er vorgeschlagene Veränderungen an. Wenn wir seine Handlungsweise vergleichen mit der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erfolgten Reform, die mit Veränderungen in der Liturgie sehr schnell voranging, müssen wir zugeben, dass der Pius XII. den Gläubigen die Annahme der notwendig gewordenen Veränderungen erleichtern wollte, indem er die liturgischen Änderungen nur allmählich einführte.
(s. Teuffenbach.A, Pius XII., MM-V. 2010, S. 282f.)

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Samstag, 12. Februar 2011

Was das Brevier betraf

Der Auftrag zum „Pius XII. bzw. Bea-Psalter“

[…] schrieb Pater Leiber: „Was die Reformen der Liturgie betrifft, widmete Pius XII. besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt der Neuordnung des Breviers und des römischen Messbuches. Das schwierigste Hindernis, nach Aussagen Vieler, war schon zehn Jahre vorher überwunden worden: wir denken an die neue lateinische Übersetzung des Psalteriums anstelle der Fassung von Hieronymus. Angesichts verschiedener Weisungen und Hinweisen möchten wir erneut feststellen, dass die Anregung, einen neuen lateinischen Text der Psalmen zu erstellen, ausschließlich von Pius XII. selbst ausging. Die Leitung des Päpstlichen Bibelinstituts war nicht wenig überrascht, als ihr der Auftrag erteilt wurde, eine neue lateinische Übersetzung des Psalteriums vorzunehmen.“

Diese Leitung lag ja bei Pater Augustin Bea SJ, dem Beichtvater des Papstes und selbst Mitglied der Liturgischen Kommission.
(s. Teuffenbach.A, Pius XII., MM-V. 2010, S. 280f.)

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Freitag, 11. Februar 2011

Memorandum zur Liturgie - 1943

Brief von R. Guardini an Pater Leiber (Privatsekretär des Papstes)
am 13. März 1943

"[…] Die Führer der liturgischen Bestrebungen in Deutschland sind in großer Sorge um die Zukunft ihrer Arbeit. Die hochwürdigsten Herrn Bischöfe haben ein Memorandum ausarbeiten lassen. Das Promemoria für den Ep. Berol. Stammt von Herrn Prof. G. Dieser bat mich, Ihnen seine Gedanken über- reichen zu lassen mit der freundlichen Bitte zur geeigneten Verwendung. […]“

Guardini scheint „über Pater Leiber Einfluss nehmen zu wollen auf die Entscheidungen“ […] um  „aktivere Formen der Teilnahme der Gläubigen an der heiligen Messe“  zu erreichen.
[…]

Als Guardini bei Pater Leiber vorstellig wurde, „traf der Heilige Stuhl eine Entscheidung bezüglich der verschiedenen Formen der heiligen Messe. Die Tatsache, dass diese Formen seit längerer Zeit in Gebrauch waren, und die Rücksichtnahme auf den pastoralen Nutzen machten den Heiligen Stuhl geneigt, sie zuzulassen, trotz des bis dahin nicht üblichen Gebrauchs der Volkssprache. Den Bischöfen wurde somit Freiheit die eingeräumt, diese Formen weiterhin zu praktizieren, zumal Pius XII. nach zwölf Jahren als Nuntius in Deutschland die Situation gut kannte.“
(s. Teuffenbach.A, Pius XII., MM-V. 2010, S. 279f.)

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Donnerstag, 10. Februar 2011

Demut

Unsere Fehler sollen uns 
demütigen, 
aber nicht 
kleinmütig machen
Klemens Maria Hofbauer (1751-1820)

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Mittwoch, 9. Februar 2011

Mariawald in der AZ

In der Aachener Zeitung (AZ)
wird immer wieder einmal über die Trappistenabtei Mariawald berichtet.
Hier zwei Angebote:

Am 7. Februar 2011 schrieb Christoph Hahn

Am 8. Februar schrieb Christoph Hahn

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Impferfolg

Eines der kleinsten Frühgeburten

Der heutigen Ausgabe der Rheinischen Post ist es eine Meldung auf Seite drei wert. Ein Säugling wurde in der 24. Schwangerschaftswoche geboren. Er wog 280 Gramm und war 22 cm groß. Nun wurde es aus einer fünfmonatigen Behandlung in einer Dortmunder Kinderklinik entlassen. Es ginge "dem Baby inzwischen gut und es trinke mit großem Appetit Muttermilch".

Sicherlich freuen sich die Eltern. Es war bestimmt eine schwere Zeit für sie; und das wird noch lange so bleiben. Große Sorgen und viele unendliche viele und aufreibende Therapien werden die Eltern durch tragen müssen. Arztbesuche und das Leben lang Erklärungen, warum das Kind so ist, wie es ist. Habt Mut, liebe Eltern.

Was mich an der Pressemeldung stört? Dieser Satz: "der Säugling hat die ersten Impfungen gut überstanden". Er passt in unsere Zeit. Es wird nicht gesprochen von einer Persönlichkeit, aber vom Impferfolg. Und, es wird ein "medizinischer Erfolg" erzählt, mit großem Aufwand und sicher sehr teuer; doch, wie viele Kinder, die normal geboren währen bleiben auf der Strecke?

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Heilige Kommunion

In geistlicher Weise das Fleisch Jesu Christi empfangen

In einer Ansprache deutet der heilige Bernhard unsere Zukunft mit Jesus Christus in der Herrlichkeit des Reiches Gottes an. Auf sie hin müssen wir uns stets durch seinen Geist an seinem Menschsein orientieren, das uns in den Sakramenten der Kirche und insbesondere in der Heiligen Kommunion, weiterhin gegenwärtig ist. Bernhard erkennt dies im Vorbild des Paschalammes und im Ritus seiner Feier, die er auf unsere Situation des Glaubens bezieht:

„Schon war das „Gestern“ vergangen, schon war der Morgen unseres „Heute“ erstrahlt, als die Apostel sprachen: „Auch wenn wir Christus dem Fleische nach gekannt haben, jetzt kennen wir ihm nicht mehr so“ (2 Kor 5,16). Dennoch scheint auch für diesen unseren Morgen etwas vom Fleisch des Lammes aufbewahrt worden zu sein. Zwar wird, was übrig bleibt, schon dem Feuer übergeben (Ex 12.10), aber bis heute wird uns dasselbe Fleisch gereicht, nicht in fleischlicher, sondern in geistlicher Weise“ (Mart n. 10).

Bernhard meint damit das „Ursakrament“ der Menschheit Jesu Christi, 
das der Anlass unseres Glaubens an ihn ist, 
durch den wir uns seinem Geiste in der Willigkeit zur Nachfolge öffnen. 

Dies ist der Weg unserer Wiederherstellung durch ihn.

(vgl. Schindele P., Jesus Christus in der Lehre des hl. Bernhard, Baden-Baden 2004, S. 67)

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Dienstag, 8. Februar 2011

Warme Brote

Wenn du doch nur ein einziges Mal 
vom Mark des Weizens verkosten würdest,
mit dem Jerusalem gesättigt wird!
Wie gerne würde ich mit dir die warmen Brote teilen die noch dampfen, 
und die gerade erst aus dem Backofen gezogen worden sind!
Christus bricht sie mit himmlischer Freigiebigkeit häufig für seine Armen.
Ich habe es erfahren, glaub es mir:

In den Wäldern findest du mehr als in den Büchern. 
Holz und Steine werden dich über Dinge belehren, 
von denen du bei den Lehrern nichts hören kannst. 
Oder glaubst du etwa, du könntest nicht Honig vom Felsen saugen 
und Öl vom härtesten Felsgestein?
Oder triefen nicht etwa die Berge von Süßigkeit,
fließen nicht die Hügel über von Milch und Honig, 
sind nicht die Täler mit Weizen gefüllt?

Ich kann mich kaum zurückhalten,
dir von dem Vielen, was mir begegnet ist, zu erzählen!

(Aus einem Brief des heiligen Bernhard an Heinrich Murdach, 
PL 182, 241-242)
[B.S., WB, 1970, 4, privat]

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Montag, 7. Februar 2011

Zum Memorandum der Theologen

Heute auf  WDR 5 im Tagesgespräch:

Gast:  Pfarrer Dr. Guido Rodheudt,
St. Gertrud in Herzogenrath, Bistum Aachen

Dr. Rodheudt ist Gründungsmitglied des "Priesternetzwerkes" und ein treuer Hirte (=Pastor) der Kirche. Als solcher (Konservativer, Traditionalist) wurde er vom WDR zu diesem Thema eingeladen.

Der Pfarrer hatte von vorne herein einen schweren Stand. Nicht zuletzt im Moderator hatte er einen ständigen Gegenspieler, der ihn häufig unterbrach und eine andere Frage stellte. Von der Redaktion wurde auch nur ein einziges Statement eines Verteidigers der kirchlichen Lehre ins Studio weitergeleitet. Offensichtlich wurden die Anrufer ausgesiebt; nur noch Kritiker, bzw. Verteidiger des Theologenmemorandums konnten ihre Meinung dartun. Pfarrer Rodheudt schlug sich dennoch gut. Immer wieder verteidigte er den Papst und die Lehre der Kirche und machte deutlich, dass dieser Weg der eigentlich "moderne Weg" sei. Besonders am Schluss ließ er sich nicht mehr vom Moderator stoppen und und sagte , was zu sagen war.

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Traurigkeit

Ein Bruder wurde öfter von Traurigkeit überfallen und wusste dafür keine Ursache. 
Als er es dem Altvater klagte, antwortete dieser: 
"Erforsche dich genau, ob du nicht etwa schlecht von dem oder jenem Bruder denkst. 
Manchmal ist dies die Ursache, weshalb alsdann das Herz Trauer überfällt."
(Heinz-Mohr: Weisheit aus der Wüste, Köln 1985, S. 71)  

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Sonntag, 6. Februar 2011

Die Heilige Messe, 8

VIII. Zwischengesang und Vorbereitung

Von der Epistel zum Evangelium
Zwischen der Epistel und dem Evangelium befindet sich eine Gruppe von Gebeten und Gesängen, die zuerst fremdartig erscheinen mögen, deren Gesamtheit aber sehr bedeutungsvoll ist.  Die Lesung ist mit dem Deo Gratias geschlossen worden. Die Lesungen werden mit Psalmengesang unterbrochen, zunächst mit dem Graduale. Danach das Alleluja, das die Ankunft des Erlösers ankündigt, weswegen das Volk sich auch erhebt, und zum Evangelium hinführt. In den liturgischen Buß- und Trauerzeiten wird der Tractus gesungen. Bei manchen Gelegenheiten wird noch eine Sequenz hinzugefügt; eine poetische Erläuterung des Festgeheimnisses.
Während das Messbuch zu dem Ehrenplatz getragen wird, auf die linke Seite des Altares, zu der Seite des Herzens, dorthin wo das Wort Christi gesprochen werden wird, bereitet sich der Priester, der Ihm seine Stimme leihen soll, auf diesen erhabenen Augenblick vor, indem er Gott anfleht, Er möge seine Lippen reinigen und heiligen wie jene des Propheten Isaias, als der Engel sie mit der glühenden Kohle berührte.

Munda cor – mach rein das Herz – Es sind nicht bloß die Lippen, die die glühende Kohle reinigen sollte, ungetreue Lippen, schnell bereit zu stolzem und zornigem Wort;
Sondern auch diese Ohren, die immer geneigt sind, den Lärm der Welt eher zu hören als das Wort, und die lüge eher als die Wahrheit;
Und diese Augen, die es nicht mehr verstehen sich dem Lichte aufzutun, denn sie haben sich zu Mitschuldigen der Nacht verwandelt;
Mein ganzes Sein wartet auf den reinigenden Brand des Engels, meine Seele, meine Phantasie und dies sündige Herz, willig zu jedem Verrat.
Munda cor! – Verbrenne doch alles was unrein in mir ist, alles was ich Schmutziges und Trübes und Unerträgliches in mir erkenne
Damit ich das Wort in mich eindringen lasse in ungebrochener Achtsamkeit, in rückhaltloser Liebe, ja, in erhabenen Staunen darüber, dass es mir offenbart wird.

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Samstag, 5. Februar 2011

Die Heilige Messe, 7

VII. Lesung im Namen Gottes

Epistel
Mit dem Amen, das die Kollekte abschließt, vollendet sich der erste Teil der Vormesse. Der religiösen tat des Bittens folgt nun die religiöse tat des Hörens.

So wie an den Ufern der Flüsse das Volk Israel in seiner Verbannung die Stimmen deiner Propheten vernahm, die ihm Hoffnung zuriefen,
so wie das bedrückte Volk Dein Gesetz las und immer wieder las als das sicherste Unterpfand seiner Treue,
so wie in den ersten Zeiten die Kirche die Briefe Deiner Apostel anhörte, wie  sie ihr die Freude und die Liebe des Erlösers erklärten,
so wie schließlich in den Tagen der Prüfung Deine Blutzeugen aus diesen Texten Sinn und Erklärung für ihr eigenes Opfer empfingen,
so gib mir Herr, dass diese Worte Deiner Zeugen meine Seele stark finden und inbrünstig, bereit zur Begeisterung und zum Glauben,
dass ich in ihnen den Ton des Wortes vernehme, wie es seit dem Anfang der Welt an uns gerichtet war;
Deine Stimme, Herr, von der es heißt, dass sie jede Einsamkeit zerbricht und meine Brust mit Kraft erfüllt,
jene Stimme, die, eines tags im August, auf der staubigen Straße, mit einem einzigen Wort Deinen feind Saul zu besiegen verstand, indem sie ihn mitten ins Herz traf.

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