Samstag, 17. März 2012

Beten – der ganze Mensch

Die Teilhabe des Körpers beim Beten des Menschen zu Gott ist unbestritten. Obgleich nach dem zweiten vatikanischen Konzil viele äußere Formen verlorengegangen sind, sind sie doch nicht verboten und sicherlich wert, wieder hervorgeholt zu werden. Ähnlich verhält es sich mit Gebetswiederholungen, die in der Tradition der Kirche immer einen hohen Wert darstellten. Besonders die Schriften der Väter machen dies immer wieder deutlich.

Die vielfachen Wiederholungen, die den westlichen Menschen fremd erscheinen, sind in den Ostkirchen weiter in Gebrauch. Wir denken vielleicht zu rational wenn wir meinen, dass wir, wenn wir Gott einmal etwas gesagt haben, es damit auch genügen müsse. Vielleicht verstehen wir nicht das Wesen des Gebetes. „Betet ohne Unterlass“ muss etwas anderes sein, als immer nur den Verstand walten zu lassen. „Mein Gebet“ ist auch „unser Gebet“, nämlich das der Kirche. Wir leben und vollziehen nicht nur das Kirchenjahr. Wir leben auch gewissermaßen im Atem des kirchlichen Lebens. Und daran nehmen wir teil. Dazu lädt uns die Kirche, Christus, ein. Wenn wir dies tun erhalten wir die Kirche und uns am Leben, denn wir sind Teil ihres Organismus. Eine gewisse rhythmische Bewegung im Gebetsleben ist etwas anderes als etwa mechanischer Monotonie. Geist, Seele und Leib sollen in Einklang gebracht werden. Diese Gleichförmigkeit verhilft zu der konkreten Erfahrung, dass der ganze Mensch zum Heil berufen ist.

Nicht alleine der Verstand betet oder der Geist. Es betet der ganze Körper mit, durch unzählige Bekreuzigungen, tiefe Verbeugungen (kleine Metanie) und sogar völligen Niederwerfungen zur Erde (große Metanie). Auch die stehende Gebetshaltung ist ein Ausdruck aktiven Hinwendung zu Gott. Sie ist ein großes Zeichen der Würde des Menschen. Er steht den göttlichen Personen von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Der gläubige Mensch darf das und er sieht den Herrn. In der Ostkirche  und dem östlichen Mönchtum wird dies sinnlich vermittelt durch die Ikonen. Denn aus ihnen schaut uns Christus, die Gottesmutter und die Heiligen an.

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Dieses Gebet Ephrem des Syrers,
wird an den Werktagen der Fastenzeit gebetet,
vom ganzen Menschen.

„Herr und Gebieter meines Lebens,
den Geist des Müßiggangs, des Kleinmuts,
der Herrschsucht und unnützer Worte
nimm von mir.“ 
(Große Metanie)

 „Gib hingegen mir, Deinem Diener,
den Geist der Besonnenheit,
der Demut, der Geduld
und der Liebe.“ 
(Große Metanie)

„Ja, mein Herr und mein König,
lass mich sehen meine Fehler
und nicht richten meinen Bruder und meine Schwester,
denn Du bist gepriesen
von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ 
(Große Metanie)

„Gott, sei mir Sünder gnädig.“
(12 x mit je einer kleinen Metanie)

„Herr und Gebieter meines Lebens,
den Geist des Müßiggangs, des Kleinmuts,
der Herrschsucht und unnützer Worte
nimm von mir.“ 
(Große Metanie)

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Sonntag, 12. Februar 2012

Erster Erzählung des Pilgers, 23

Treu bleiben

So ziehe ich nun meiner Wege und verrichte unablässig das Jesusgebet, das mir wertvoller und süßer ist als alles andere in der Welt. Mitunter gehe ich meine siebzig Werst am Tage, manchmal auch mehr, und fühle gar nicht, dass ich gehe; ich fühle aber nur, dass ich das Gebet verrichte. Fährt mir eisige Kälte durch die Glieder, so beginne ich das Gebet angespannter herzusagen und bin bald vollkommen erwärmt. Martert mich der Hunger, so rufe ich den Namen Jesu Christi häufiger an und vergesse, dass ich essen wollte. Bin ich krank oder fühle ich ein Reißen im Rücken und in den Beinen, so beginne ich auf das Gebet hinzuhorchen und spüre den Schmerz nicht mehr. Wenn mich jemand beleidigt, so denke ich nur daran, wie süß das Jesusgebet ist; sogleich ist die Kränkung und aller Zorn geschwunden, und ich habe alles vergessen. Ich bin gleichsam närrisch geworden; um nichts sorge ich mich mehr; nichts gibt es, das mich fesselt; nichts Eitles schaue ich an; wenn ich nur immer allein bin in der Einsamkeit! Der Gewohnheit getreu, drängt es mich nur zu dem einen: unablässig das Gebet zu verrichten, und immer, wenn ich mich damit abgebe, werde ich sehr froh. Gott weiß, was mit mir vorgeht. Gewiss ist dies alles sinnlich oder, wie der verstorbene Starez sagte, natürlich und künstlich, von der Gewohnheit erzeugt; doch wage ich es nicht, mich bald ans Erlernen und die Aneignung des inneren Gebets im Herzen zu machen, da ich unwürdig und töricht bin. Ich warte der Stunde des göttlichen Willens und hoffe auf die Gebete meines verstorbenen Starez.
Obwohl ich also das unablässige, selbsttätige innere Gebet im Herzen noch nicht erlangt habe, danke ich doch Gott, denn ich verstehe jetzt klar, was das Wort bedeutet, das ich in der Epistel hörte: Betet ohne Unterlass.

(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Freitag, 10. Februar 2012

Erster Erzählung des Pilgers, 22

„Ich kaufte die Tugendliebe“

Einmal begann ich zu überlegen, was ich wohl mit dem machen sollte, das ich für meine Wächterdienste bekommen hatte. Wohin damit? ‚Halt', dachte ich, der Starez ist nicht mehr am Leben; unterweisen kann mich niemand mehr; ich will mir die „Tugendliebe” kaufen und will das innere Gebet danach erlernen.' Ich bekreuzigte mich und ging betend meines Weges weiter. Ich kam in eine Gouvernementsstadt und fragte in verschiedenen Handlungen nach der „Tugendliebe”; in einem Geschäft fand ich sie auch, doch verlangte man dafür drei Rubel, ich besaß aber nur deren zwei; ich versuchte zu handeln, doch wollte mir der Kaufmann das Buch nicht billiger geben. Schließlich sagte er: „Geh mal in jene Kirche drüben und frage nach dem Kirchenältesten; er besitzt ein ganz altes Exemplar dieses Buches; möglichenfalls wird er es dir für zwei Rubel abtreten.”
Ich ging hin und kaufte die „Tugendliebe” — ein ganz altes, zerlesenes Buch — tatsächlich für zwei Rubel; da freute ich mich. Ich flickte es notdürftig zusammen, nähte es in einen Lappen ein und legte es in meinen Beutel neben die Bibel.



(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Donnerstag, 9. Februar 2012

Erster Erzählung des Pilgers, 21

Abschied

Aber nicht lange konnte ich aus den Unterweisungen meines geliebten und gottweisen Starez Nutzen ziehen; gegen Ende des Sommers starb er. Unter Tränen nahm ich Abschied von ihm, und nachdem ich ihm für seine väterlichen Lehren gedankt, bat ich mir zum gesegneten Gedenken an ihn seinen Rosenkranz aus, den er für seine Gebete gebraucht hatte. So war ich denn allein geblieben. Endlich war auch der Sommer zu Ende, und nach der Ernte stand der Gemüseacker leer. Ich hatte keine Wohnung mehr. Der Hauer entließ mich, gab mir für meine Wächterdienste zwei Rubel und schüttete mir für den Weg meinen Beutel voll Brot. Und wieder begann ich von Ort zu Ort zu pilgern; indessen wanderte ich nicht mehr wie früher von meiner Not geplagt; das Anrufen des Namens Jesu Christi erfreute mich unterwegs, und alle Menschen waren gütiger zu mir; es war so, als hätten mich alle liebgewonnen


(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Mittwoch, 8. Februar 2012

Erster Erzählung des Pilgers, 20

Unablässig

Nachdem ich diese Unterweisung entgegengenommen hatte, verbrachte ich den ganzen Sommer unablässig im mündlichen Jesusgebet und war sehr ruhig. Des öfteren träumte ich davon, dass ich das Gebet verrichtete; geschah es aber am Tage, dass ich irgend jemanden traf, so erschienen mir alle ohne Ausnahme so lieb und nah, als wären sie meine Verwandten, wenn ich mich auch gar nicht mit ihnen abgab. Alle fremden Gedanken hörten ganz von selbst auf, und ich dachte an nichts anderes als an das Gebet, welchem auch mein Verstand sich zuzuwenden begann, während ich im Herzen ganz von selbst zeitweise eine Wärme und ein angenehmes Gefühl verspürte. Geschah es, dass ich zur Kirche ging, so schien mir der lange Klostergottesdienst kurz zu sein, und war nicht mehr ermüdend wie früher. Meine einsame Schutzhütte erschien mir als ein herrlicher Raum, und ich wusste nicht, wie ich Gott danken sollte, dass er mir, dem verruchten Sünder, einen Retter und Lehrmeister wie den Starez gesandt hatte.


(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Dienstag, 7. Februar 2012

Erster Erzählung des Pilgers,19

Gebetsgeheimnis

Dann ging ich zum Starez, um mich ihm zu offenbaren, und erzählte ihm alles ausführlich. Nachdem er mich angehört hatte, sagte er:

„Gott sei Dank, dass sich in dir diese Lust aufgetan hat und die Leichtigkeit des Gebets. Es ist dies eine natürliche Sache, die von der häufigen Übung herrührt, so wie eine Maschine, deren Hauptrad man in Schwung bringt oder antreibt, noch lange hierauf selbsttätig weiterläuft; um das Weiterlaufen aber noch zu verlängern, muss man das Rad schmieren und es immer antreiben. Siehst du nun, mit wie vortrefflichen Eigenschaften der menschenliebende Gott sogar die sinnliche Natur des Menschen begabt hat, welche Empfindungen sich einstellen können, selbst außerhalb der Gnade, in nicht gereinigter Sinnlichkeit und in der sündigen Seele, wie du das ja selber erfahren hast. Wie vortrefflich, wie beseligend und voller Süße ist es aber, wenn der Herr Gnade gibt, die Gabe des selbsttätigen inneren Gebets zu entdecken und die Seele von Leidenschaften zu reinigen! Dieser Zustand ist unbeschreiblich, und die Offenbarung dieses Gebetsgeheimnisses ist ein Vorgeschmack der himmlischen Süßigkeit auf Erden. Dessen werden gewürdigt, die in der Einfalt ihres liebevollen Herzens den Herrn suchen! Nun gestatte ich dir: verrichte das Gebet, sooft du willst, soviel als möglich, bemühe dich, alle wachen Stunden dem Gebet zu weihen, und rufe den Namen Jesu Christi an, ohne Zahl, dich demütig dem Willen Gottes hingebend und von ihm Hilfe erwartend; ich glaube, dass er dich nicht verlassen und deine Wege leiten wird.”



(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Montag, 6. Februar 2012

Erster Erzählung des Pilgers,18

Nicht mehr als er sagte

Einst früh am Morgen war es so, als habe mich das Gebet geweckt. Ich begann meine Morgengebete zu verrichten, aber die Zunge sprach sie nur ungeschickt aus, und mein ganzes Wünschen strebte ganz von selbst dahin, das Jesusgebet zu verrichten. Und als ich es dann zu sprechen begann, wie leicht wurde mir da, wie froh ums Herz, und es war so, als sprächen Zunge und Lippen die Worte ganz von selbst, ohne Nötigung! Den ganzen Tag über war ich voller Freude, und es war mir, als wäre mir alles andere in der Welt fremd; ich war gleichsam wie auf einer andern Erde, und mit Leichtigkeit gelang es mir, die zwölftausend Gebete bis zum frühen Abend zu verrichten. Mich kam eine große Lust an, das Gebet noch fortzusetzen; ich wagte es aber nicht, mehr zu tun, als mir der Starez befohlen hatte. So fuhr ich denn auch in den nächsten Tagen fort, den Namen Jesu Christi anzurufen, und dies geschah mit Leichtigkeit, und ich fühlte mich hingezogen zu selbigem Tun.


(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Samstag, 4. Februar 2012

Erster Erzählung des Pilgers,17

Rat holen

Ich tat so, wie mir der Starez befohlen hatte, und am ersten Tage wurde ich in später Abendstunde kaum damit fertig, meine Zwölftausendregel auszuführen. Tags darauf ging es aber schon ganz leicht, und ich hatte Freude daran. Erst fühlte ich bei dem unentwegten Sprechen des Gebets Müdigkeit oder gleichsam ein Steifwerden der Zunge und eine Gebundenheit der Kinnbacken, was übrigens nicht unangenehm war, alsdann einen leichten, feinen Schmerz am Gaumen; außerdem empfand ich einen kleinen Schmerz im Daumen der linken Hand, mit der ich die Rosenkranzperlen zählte, und eine Entflammung des Handgelenks, die bis an den Ellenbogen hinaufreichte, was ein höchst angenehmes Empfinden war. Zudem reizte mich dies und zwang mich zu eifrigerer Verrichtung des Gebets. — Also verrichtete ich fünf Tage hintereinander getreulich je zwölftausend Gebete, und zugleich mit der Gewohnheit stellte sich auch ein angenehmes Empfinden und die Lust daran ein.

(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Freitag, 3. Februar 2012

Erster Erzählung des Pilgers,16

Täglich sechstausend mal

Die ganze Woche durch verrichtete ich in meiner einsamen Schutzhütte alltäglich sechstausend Jesusgebete, bekümmerte mich um nichts sonst, achtete auch nicht der fremden Gedanken, wie sehr sie auch auf mich einstürmten; nur darauf war ich bedacht, das Gebot des Starez genau einzuhalten. Und was geschah? Ich gewöhnte mich so sehr an das Gebet, dass ich, wofern ich auch nur für kurze Zeit unterließ, es zu verrichten, alsbald fühlte, dass mir irgendetwas fehlte, als habe ich irgendwas verloren; dann begann ich wieder zu beten, und sogleich, im selben Augenblick, wurde mir leicht und freudig ums Herz. Wenn ich jemanden traf, so hatte ich schon keine Lust mehr, mit ihm zu sprechen, und hatte nur das Verlangen, immer in der Einsamkeit zu sein und das Gebet zu sprechen; so sehr hatte ich mich daran in der einen Woche gewöhnt.

Da der Starez mich wohl zehn Tage lang nicht bei sich gesehen hatte, kam er selber, mich aufzusuchen; ich offenbarte ihm meinen Zustand. Nachdem er mich angehört hatte, sagte er:
„Nun hast du dich an das Gebet gewöhnt; sieh zu, dass du diese Gewohnheit wach erhältst und mehrest; verlier deine Zeit nicht müßig, und entschließe dich mit Gottes Hilfe, von nun ab zwölftausend Gebete am Tage zu verrichten: erhalte dich in der Einsamkeit; stehe möglichst früh auf und geh möglichst spät schlafen; und komm zu mir, um dir Rat zu holen immer nach zwei Wochen.”

(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Mittwoch, 1. Februar 2012

Erste Erzählung des Pilgers, 15

Zwei Tage fiel es schwer

Voller Freude nahm ich sein Gebot auf und ging wieder zurück an meinen Ort. Ich verrichtete das Gebet getreulich und genau, so wie es mich der Starez gelehrt hatte. Etwa zwei Tage fiel es mir schwer, kam mir dann aber so leicht und erwünscht von den Lippen, dass mich, wenn ich das Gebet nicht sprach, ein Verlangen ankam, das Jesusgebet wieder zu verrichten; und es sprach sich auch bequemer und leichter, nicht mehr so wie früher mit einer Nötigung dazu.

Dies teilte ich dem Starez mit, und er gebot mir nunmehr, je sechstausend Gebete am Tage zu verrichten, und sagte:

„Sei ruhig und bemühe dich nur, so getreulich als möglich die angesagte Zahl von Gebeten zu verrichten; Gott wird dir Gnade erweisen.”


(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Dienstag, 31. Januar 2012

Erste Erzählung des Pilgers, 14

Nikephoros

Der Starez schlug die Unterweisung des heiligen Mönches Nikephoros auf und begann zu lesen: „Wenn du nach einigem Bemühen nicht in das Herzensland Eingang findest, so wie man es dir erklärt hatte, so tue, was ich dir sagen will, und mit Gottes Hilfe wirst du das Gesuchte finden. Du weißt, dass die Fähigkeit, Worte auszusprechen, bei einem jeden Menschen in der Kehle sitzt. Bediene dich dieser Fähigkeit, vertreibe alle fremden Gedanken (du kannst es, wenn du nur willst) und lass dich selber unaufhörlich dieses sprechen: ,Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner' — und zwinge dich dazu, dieses immer auszusprechen. Wenn du eine Weile hierin beharrtest, so wird sich dir hierdurch ohne jeden Zweifel der Zugang zum Herzen erschließen. So hat es die Erfahrung gelehrt.”

„Du hörst, wie uns die heiligen Väter für diesen Fall unterweisen”, sagte der Starez, „und darum musst du nun auch voller Vertrauen das Gebot auf dich nehmen und soviel du nur kannst, mündlich das Jesusgebet verrichten. Da hast du einen Rosenkranz; verrichte danach zunächst dreitausend Gebete an jedem Tage. Ob du stehst oder sitzt, ob du gehst oder liegst, wiederhole unablässig ,Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner', nicht laut, ohne Übereilung; und tue dieses eben dreitausendmal am Tage, füge nichts hinzu, streiche aber auch nichts aus eigenem Ermessen. Gott wird dir hierdurch helfen, das unablässige Wirken des Herzens zu erlangen.”

(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Montag, 30. Januar 2012

Erster Erzählung des Pilgers,13

Voller Eifer

Etwa eine Woche beschäftigte ich mich voll Eifer in meiner Einsamkeit auf dem Acker mit dem Erlernen des unablässigen Gebetes, genau in der Weise, wie es mir der Starez erklärt hatte. Anfangs schien die Sache auch zu gehen. Alsdann fühlte ich große Schwere, Trägheit, Langeweile, Schläfrigkeit befiel mich, und allerhand Gedanken rückten wie eine Wolke gegen mich an. Betrübt ging ich zum Starez und erzählte ihm von meiner Lage. Er kam mir liebevoll entgegen und sagte:

„Dies, geliebter Bruder, ist der Kampf der Welt der Finsternis gegen dich; denn nichts ist ihr in uns so furchtbar als das Gebet des Herzens, und darum ist sie auf jede Weise bemüht, einen zu stören und vom Erlernen des Gebets abzuwenden. Übrigens handelt auch der Feind nicht anders als nach Gottes Ratschluss und Willen, sofern dies für uns erforderlich ist. Du musst wohl noch eine Prüfung durchmachen, um zur Demut zu gelangen; darum ist es auch noch zu früh, mit unmäßigem Eifer an den höchsten Zugang zum Herzen zu rühren, um nicht in geistigen Hochmut zu verfallen. Ich will dir für diesen Fall eine Belehrung aus der Tugendliebe vorlesen.”

(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Sonntag, 29. Januar 2012

Erste Erzählung des Pilgers, 12

Beten und Beichten

Als mich der Starez entließ, segnete er mich und sagte, ich möge, solange ich dieses Gebet lernte, mit einfältiger Beichte zu ihm kommen, denn ohne Nachprüfung des Lehrmeisters wäre es weder gut noch erfolgversprechend, sich selbständig diesem inneren Tun hinzugeben.

Da ich in der Kirche stand, fühlte ich flammenden Eifer in mir erwachen, mit möglichstem Fleiß das unablässige innere Gebet zu erlernen, und ich flehte zu Gott, er möge mir darin beistehen. Alsdann dachte ich, wie ich es anstellen sollte, den Starez aufzusuchen, um mir Rats zu erholen oder ihm zu beichten; denn länger als drei Tage würde man mich im Gasthof nicht wohnen lassen, und in der Nähe der Einsiedelei gab es keine Wohnungen ... Endlich hörte ich, dass vier Werst weiter ein Dorf war. Ich ging hin, um mir dort eine Arbeit zu schaffen; und zu meinem Glück wies mir Gott eine bequeme Anstellung: ich verdingte mich dort für den ganzen Sommer einem Bauern; ich sollte seinen Gemüseacker bewachen und in einer Schutzhütte auf diesem Gemüseacker wohnen. Gott sei Dank! So hatte ich denn einen ruhigen Fleck gefunden. Und so lebte ich denn hin und lernte das innere Gebet nach der mir angezeigten Weise und suchte auch den Starez auf.

(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Samstag, 28. Januar 2012

Erste Erzählung des Pilgers, 11

Zuerst die Bibel

„Wäre es wirklich höher und heiliger als die Bibel noch?” fragte ich.

„Nein, es ist nicht höher und heiliger als die Bibel, vielmehr enthält es alle lichten Erklärungen dessen, was es an Geheimnisvollem in der Bibel gibt, was aber wegen seiner Erhabenheit unserem kurzsichtigen Verstande schwer zugänglich ist. Hierfür will ich dir ein Beispiel geben: die Sonne ist die größte, glänzendste und vornehmste Leuchte; doch vermagst du sie nicht mit einfachem, unbewaffnetem Auge zu schauen und zu betrachten. Es bedarf dazu eines gewissen künstlichen Glases, welches wohl millionenmal kleiner und dunkler ist; durch dieses aber könntest du dir diesen herrlichen Fürsten unter den Gestirnen betrachten, dich daran ergötzen und seine flammenden Strahlen in dich aufnehmen. Also ist auch die Heilige Schrift eine glänzende Sonne, die „Tugendliebe” aber ist jenes erforderliche Glas, das einem den Zugang zu jener erhabensten Leuchte ermöglicht. Höre nun, ich will dir jetzt vorlesen, auf welche Weise man das unablässige innere Gebet erlernen kann.”

(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Freitag, 27. Januar 2012

Erste Erzählung des Pilgers, 10

Voller Freude

„Sehr wohl habe ich es verstanden, mein Vater! Um Gottes willen unterweist mich, wie ich es erlange”, rief ich voller Freude.

„Wie man dieses Gebet lernt, wollen wir hier in diesem Buche lesen. Dieses Buch heißt Tugendliebe. Es enthält die vollständige und genaue Wissenschaft über das unablässige innere Gebet, dargelegt von fünfundzwanzig heiligen Vätern; und so hoch steht dieses Buch und so nützlich ist es, dass es als der vornehmste und erste Lehrmeister im beschaulichen geistlichen Leben gilt und, wie der heilige Nikephoros sagt, ohne Schweiß und Mühe zur Rettung führe.”

(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Mittwoch, 25. Januar 2012

Erste Erzählung des Pilgers, 9

Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner

Der Starez nahm diese meine Bitte voller Liebe entgegen und forderte mich auf, zu ihm zu kommen- „Komm jetzt zu mir, ich will dir ein Buch der heiligen Väter geben, und auf Grund dieses Buches wirst du mit Gottes Hilfe klar und genau verstehen und beten lernen.”

Wir betraten die Klause, und der Starez sagte folgendes: „Das unablässige innerliche Jesusgebet ist das ununterbrochene, unaufhörliche Anrufen des göttlichen Namens Jesu Christi mit den Lippen, mit dem Geist und mit dem Herzen, wobei man sich seine ständige Anwesenheit vorstellt und ihn um sein Erbarmen bittet bei jeglichem Tun, allerorts, zu jeder Zeit, sogar im Schlaf. Es findet seinen Ausdruck in folgenden Worten: Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner! Wenn sich nun einer an diese Anrufung gewöhnt, so wird er einen großen Trost erfahren und das Bedürfnis haben, immer dieses Gebet zu verrichten, derart, dass er ohne dieses Gebet gar nicht mehr leben kann, und es wird sich ganz von selber aus ihm lösen. Verstehst du nun, was das unablässige Gebet ist?”

(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Dienstag, 24. Januar 2012

Erste Erzählung des Pilgers, 8

Ohne Gebet ist Gott nicht zu finden

„Darum ermahne ich vor allem, dass Gebete geschehen“ (1 Tim 2, 1). Hier, nach diesem Wort des Apostels, besteht die erste Unterweisung im Gebet darin, dass er das Gebet an allererste Stelle rückt: Darum ermahne ich vor allem, dass Gebete geschehen. Es gibt viele fromme Werke, die vom Christen verlangt werden, aber das Werk des Gebets muss vor allen andern Werken stehen, denn ohne das Gebet kann kein anderes gutes Werk verrichtet werden. Unmöglich ist es, ohne Gebet den Weg zu Gott zu finden, die Wahrheit zu erkennen, das Fleisch mit seinen Leidenschaften und Lüsten zu kreuzigen, sein Herz mit dem Lichte Christi zu durchleuchten und die selige Verbindung mit Gott zu finden.

Dies alles kann nicht geschehen ohne voraufgehendes häufiges Gebet. Ich sage häufiges Gebet, denn die Vollkommenheit und Richtigkeit des Gebets geht über unsere Möglichkeiten hinaus, wie der Apostel Paulus sagt: ,Denn wir wissen nicht, um was wir beten sollen, wie es sich ziemt' (Röm 8, 26). Folglich ist nur die Häufigkeit, die Unablässigkeit als Mittel unserem Vermögen zugefallen, um zur Reinheit des Gebetes zu gelangen, welche die Mutter eines jeden geistigen Gutes ist. Wirb um die Mutter, und sie wird dir Kinder gebären, sagt der heilige Isaak der Syrer; lerne das erste Gebet dir zu eigen zu machen, und leicht wirst du dann alle Tugenden erlangen. Hierüber aber bestehen nur unklare Vorstellungen, und wer mit der Übung und mit den tiefen inneren Lehren der Väter nicht vertraut ist, wird wenig darüber sagen können.”

So redend, waren wir unvermerkt fast bis zur Einsiedelei gekommen. Um diesen weisen Starez nicht aus den Augen zu verlieren, sondern möglichst schnell eine Erfüllung meines Wunsches zu finden, beeilte ich mich, ihm zu sagen: „Erweist mir die Güte, ehrwürdiger Vater, erklärt mir, was bedeutet das — unablässiges innerliches Gebet, und wie kann man es erlernen; ich sehe, dass Ihr es genau und aus Erfahrung kennt.”

(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Montag, 23. Januar 2012

Erste Erzählung des Pilgers, 7

Der Starez spricht

Der Starez bekreuzigte sich und begann also: „Danke Gott, geliebter Bruder, dass er dir dieses unüberwindliche Verlangen nach der Erkenntnis des unablässigen inneren Gebetes offenbarte. Erkenne hierin die Berufung Gottes und sei stille, nachdem du dich davon überzeugt hast, dass bis zu dieser Stunde eine Prüfung dir auferlegt ward, ob dein Wille auch der Stimme Gottes gehorcht, und da dir gegeben ward, zu verstehen, dass man nicht durch die Weisheit dieser Welt und nicht durch äußeren Wissensdurst das himmlische Licht, das unablässige innere Gebet erlangen kann, sondern im Gegenteil: durch die Armut des Geistes und durch tätige Erfahrung wird es einfältigen Herzens erworben. 

Darum ist es auch gar nicht erstaunlich, dass du von dieser wichtigen Sache des Gebets nichts vernehmen und die Wissenschaft nicht erfahren konntest, wie man dazu gelange, ohne Unterlass in dem Tun desselbigen zu beharren. Und dann, um die Wahrheit zu sagen, obwohl nicht wenig über das Gebet gepredigt wird und es auch viele Lehrmeinungen verschiedener Schriftsteller darüber gibt, so unterweisen diese doch, sofern ihre Erörterungen zumeist auf Verstandeserkenntnis, auf Erwägungen der natürlichen Anschauung, nicht aber der tätigen Erfahrung beruhen, eher über alles, was zum Gebete gehört, als über das Wesen des Gegenstandes selber. So mancher weiß wundervoll über die Notwendigkeit des Gebets zu sprechen; ein anderer wieder über seine Kraft und seine Segnungen; ein dritter über die Mittel, die zu vollkommenem Gebet führen, das heißt darüber, dass es fürs Gebet des Eifers, der Aufmerksamkeit, der Herzenswärme, keuschen Denkens, der Versöhnung mit den Feinden, der Demut, der Zerknirschung und dergleichen bedarf. Aber was ist das Gebet? Und wie lernt man beten? Für diese, obwohl allerwichtigsten Fragen wird man bei den Predigern unserer Zeit sehr selten ausführliche Erklärungen finden können, und zwar deshalb, weil solche Erklärungen schwieriger zu erfassen sind als alle oben hergezählten Erörterungen, auch bedürfen sie eines geheimen geheiligten Wissens, nicht nur einer schulmäßigen Gelehrtheit. Am beklagenswertesten ist aber, dass die eitle, natürliche Klugheit einen nötigt, Gott mit menschlichem Maß zu messen. 

Viele urteilen über das Gebet ganz verkehrt, wenn sie glauben, dass die vorbereitenden Mittel und die frommen Werke das Gebet erzeugen, nicht aber das Gebet diese frommen Werke und alle Tugenden gebiert. In diesem Falle verstehen sie die Früchte oder die Folgen des Gebets nicht richtig als Mittel und Wege zu ihm hin und erniedrigen eben hierdurch des Gebetes Kraft. Und dieses läuft der Heiligen Schrift ganz zuwider: denn der Apostel Paulus unterweist im Gebet mit folgenden Worten:

(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Sonntag, 22. Januar 2012

Erste Erzählung des Pilgers, 6

Der Weg zu den Starzen

Ich wollte aus irgendeinem Grunde nicht dorthin und antwortete also auf seine Einladung: „Meine Ruhe hängt nicht von der Herberge ab, sondern von einer geistlichen Belehrung; auch auf Nahrung bin ich nicht bedacht, denn ich habe in meinem Beutel noch viel Hartbrot.”


„Und was ist es denn für eine Belehrung, die du suchst? Was ist es, was du nicht verstehen kannst? Komm nur, komm, lieber Bruder, zu uns; wir haben erfahrene Starzen, die können dich wohl geistig speisen und dir den rechten Weg zeigen im Lichte des Wortes Gottes und der Unterweisungen der heiligen Väter.”


„Ja, seht, Vater, es mag ein Jahr her sein, dass ich in der Messe bei der Epistelverlesung das Gebot hörte: Betet ohne Unterlass. Da ich dies nicht verstehen konnte, begann ich in der Bibel zu lesen. Und auch dort fand ich an vielen Stellen das Gebot Gottes, man soll ohne Unterlass beten, immer, zu jeder Zeit, an jedem Ort, nicht nur bei jeglicher Beschäftigung, nicht nur im Wachen, sondern sogar im Schlaf. ,Ich schlafe, aber mein Herze wacht' (Hld 5, 2).


Dies setzte mich sehr in Erstaunen, und ich konnte nicht verstehen, wie man dieses erfüllen kann und welche Wege dahin führen; ein lebhaftes Wünschen und Neugierde wurden in mir wach; Tag und Nacht kam mir dies nicht aus dem Sinn. Darum bin ich hier in verschiedene Kirchen gegangen und habe Predigten über das Gebet gehört; aber so viele Predigten ich auch gehört habe, fand ich doch in keiner eine Belehrung, wie man ohne Unterlass beten müsse; immer war nur die Rede von der Vorbereitung zum Gebet oder von den Früchten des Gebets und dergleichen, es war da aber keine Unterweisung, wie man ohne Unterlass beten soll und was ein solches Gebet zu bedeuten habe. 

Ich habe oft in der Bibel gelesen und an ihr das Gehörte nachgeprüft; ich habe aber dabei nicht die gewünschte Erkenntnis gefunden. So bin ich denn bis hiero in Unwissenheit und Unruhe verblieben.”


(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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Freitag, 20. Januar 2012

Erste Erzählung des Pilgers, 5

Das nicht verstandene Wort

Ich las folgendes: „Die Apostelworte ‚Betet ohne Unterlass' sind zu verstehen als ein Gebet, das im Geist verrichtet wird; denn der Geist kann immer in Gott eindringen und kann ohne Unterlass zu ihm beten.”


„Erklärt mir das, auf welche Weise der Geist immer in Gott eindringen kann, nicht abgelenkt wird und unablässig betet.”


„Dies ist überaus schwierig, es sei denn, dass es einem Gott selber gibt”, sagte der Abt. 


Und so erklärte er es mir nicht.


Fünftagesmarsch


Nachdem ich bei ihm übernachtet und ihm am Morgen für die freundliche Aufnahme gedankt, machte ich mich wiederum auf den Weg und wusste selber nicht, wohin. Mein Nichtverstehen bekümmerte mich. Und um das Herz zu erfreuen, las ich die Heilige Bibel. So ging ich fünf Tage lang auf einer Landstraße; endlich holte mich gegen Abend ein altes Männchen ein, allem Anschein nach geistlichen Standes.


Auf meine Frage sagte mir der Alte, er sei Eremit und lebte in einer Einsiedelei, die zehn Werst entfernt läge, abseits von der Landstraße, und er forderte mich auf, mit ihm in seine Einsiedelei zu kommen. „Bei uns”, sagte er, „werden Pilger aufgenommen, werden beruhigt und zusamt anderen Frommen in einem Gasthof gespeist.”



(nach: Emmanuel Jungclaussen, Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, 1974)

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