Montag, 9. April 2012

Ostern


Christus hat die Enge
dieses Menschenlebens durchbrochen
und strahlt jenseits unserer Grenzen.
Er ist überall anwesend.
Er lebt in uns
und erfüllt das All.
Wer ihm begegnen will,
begegnet ihm.
Wer ihn schauen will, schaut ihn.
Christus ist erreichbar einem jeden,
der den Glaubensschritt
ins Christuslicht getan hat.

(Gertrudis Schinle, Trappistin (später Eremitin), Leben)

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Sonntag, 8. April 2012

Christus ist auferstanden


Er ist auferstanden.
Er ist das Licht der Welt.
Wer an ihn glaubt,
erfährt schon jetzt seine Herrlichkeit;
er sieht ihn unsichtbar.
Geheimnisvoll leuchtet der Glanz
des auferstandenen Christus
aus dem Innern der ganzen Welt.
Wer dies sieht, kann nicht anders,
als den vollen Sieg des Lichts
schon jetzt herbeizusehnen,
und wird bereit sein,
dafür zu leben und zu sterben.

(Gertrudis Schinle, Trappistin (später Eremitin), Leben)

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Auferstehung

Jesus dürstet  - (16. von 16)

Als der Sabbat vorüber war,
kauften Maria aus Magdala,
Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome
wohlriechende Öle, um damit
zum Grab zu gehen
und JESUS zu salben.
Am ersten Tag der Woche
Kamen sie in aller Frühe zum Grab,
als eben die Sonne aufging.
Sie sagten zueinander:
Wer könnte uns den Stein
vom Eingang des Grabes wegwälzen?
Doch als sie hinblickten, sahen sie,
dass der Stein schon weggewälzt war;
er war sehr groß.
Sie gingen in
das Grab hinein
und sahen auf der rechten Seite
einen jungen Mann sitzen,
der mit einem weißen Gewand bekleidet war;
da erschraken sie sehr.
Er aber sagte zu ihnen:
Erschreckt nicht!
Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten.
Er ist auferstanden;
er ist nicht hier.
Seht, da ist die Stelle,
wo man Ihn hingelegt hatte.
(Mk. 16, 1 – 6)

O Herr, aus Liebe
und gemäß dem Willen des VATERS
hast Du Deinen Leib dem Tod ausgeliefert.
Und siehe, nun lebst Du!
Du bist in die Unterwelt hinabgestiegen.
Und im Namen Adams und all seiner
Nachkommen, die im Todesschatten saßen,
hast Du den Lebensatem,
den der VATER Seinen Kindern einhaucht,
empfangen.

Welches ist
Dein
Angesicht
als Auferstandener?

Maria von Magdala erkennt Dich nicht.
Sie hält Dich für den Gärtner,
und die Jünger,
die nach Emmaus wandern,
halten Dich einen Pilger.
Durch Deine verherrlichten Wunden
gibst Du Dich zu erkennen.
So als würdest Du uns sagen:

Gerade indem Du
an Meinem schmerzhaften
und verherrlichenden Pascha teilnimmst,
wirst Du mir gleichgestaltet.
Seht Meine Hände und Meine Füße an:
Ich bin es selbst.

O Herr, was bedeutet das für mich,
an mir die Zeichen
Deiner durchbohrten Hände und Füße
zu tragen?

Du gleichst Mir, sagst Du,
jedesmal,
wenn du darauf verzichtest,
das zu tun,
was du willst oder
dorthin zu gehen,
wo du hingehen möchtest,
um dich
an den Willen des VATERS
annageln zu lassen.

Und die Male der Geißelung?
Du bist Mir auf diese Weise
jedesmal
dann ähnlich, wenn du
den Vergnügungen absagst und
zustimmst, mit Mir das Leiden
in deinem Fleisch zu tragen.

Und was ist die Dornenkrone?
Jedesmal,
wenn du deinen Hochmut verlässt
und Mir auf dem Weg der Demut nachfolgst,
werden dir diese Male verliehen.

Und was ist dann Dein durchbohrtes Herz?
Oh, das ist das Geheimnis,
das alles Übrige erleuchtet.
Jedesmal,
wenn du dir verbietest,
aus dir selbst heraus zu lieben,
um aus dem Herzen des VATERS zu lieben,
wird dein Herz
dem Meinen ähnlich,
das heißt, durchlässig
für das Herz des VATERS.

(Meditationen nach einem Brief der
Monastischen Familie von Bethlehem, 1998)

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Samstag, 7. April 2012

Todesstunde


Finsternis und Erdbeben
beim Tode des Herrn
bedeuten, dass jetzt das Licht
in der Tiefe des Weltgrunds aufbricht
und die Umgestaltung der Schöpfung
durch das Christuslicht
begonnen hat.

(Gertrudis Schinle, Trappistin (später Eremitin), Leben)

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Ein neues Grab

Jesus dürstet  - (15. von 16)

Nikodemus brachte eine Mischung
Aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund.
Sie nahmen den Leichnam JESU
und umwickelten ihn
mit Leinenbinden, zusammen
mit den wohlriechenden Salben,
wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist.
An dem Ort, wo man Ihn gekreuzigt hatte,
war ein Garten, und in dem Garten
war ein neues Grab, in dem noch niemand
bestattet worden war.
Wegen des Rüsttages der Juden
und weil das Grab in der Nähe lag,
setzten sie JESUS dort bei.
Dann wälzten sie einen großen Stein
vor den Eingang des Grabes und gingen weg.
Auch Maria aus Magdala und die andere Maria
waren dort;
sie saßen dem Grab gegenüber.
(Joh. 19, 39b - 42; Mt. 27, 60b – 61)

O Herr, Nikodemus wetteifert
mit Maria von Bethanien und bringt mehr als
zweiunddreißig Kilo wohlriechender Aromate,
um Dich, den Unverweslichen, zu salben.
Er weiß nicht, was er tut!

Aber es ist vor allem ein Ausdruck
seiner Liebe und seiner Verehrung.
Hier liegt Dein Leib,
dem Felsennest anvertraut.
Wenn Johannes sich die Mühe gibt,
um uns zu berichten,
dass dieses Grab jungfräulich ist,
ist es deshalb, weil er uns nahelegen will,
dass es zu dieser Stunde
in Wahrheit das jungfräuliche Herz
Deiner Mutter ist,
in das Du gelegt wirst.

Als einzige bleibt sie unerschütterlich
in der Hoffnung auf Deine Auferstehung.
Und wenn Nikodemus an Deiner Grablegung teilnimmt,
ist es nicht gerade deshalb, damit er von Dir lerne,
wie man von neuem in das wahre Leben
geboren werden kann, wenn man schon alt geworden ist,
und indem man Maria zur Mutter hat?

Der Stein ist weggewälzt.
Alles ist still. Das Wort, das Du an mich richtest,
ist Dein geheimnisvoller Sabbat.
Alles schweigt.
Die Schöpfung hält ihren Atem an.
Du, der Meister des Lebens,
steigst in die tiefste Tiefe unserer Unterwelt.
Überall da, wo
in mir Nicht-Liebe
und Tod herrschen.

Aber mit Maria will ich Dich
auch in meinem Herzen bewahren.
Dort mögest Du in Sicherheit ruhen.
Dort will ich Dich für immer
fest halten, indem ich alles,
was nicht Du bist,
zurückweise,
und indem ich Dir allein anhange.

Du wirst mein Leben sein,
Du wirst meine Nahrung,
meine Ruhe und meine Freude sein.
Indem Du mein Herz beruhigst, Du,
der Du niemals den Schoß des VATERS verlässt,
lehrst Du mich, mit Dir
in Seinem Herzen zu ruhen –
im Abgrund des Feuers Seiner Vaterschaft.



(Meditationen nach einem Brief der
Monastischen Familie von Bethlehem, 1998)

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Freitag, 6. April 2012

Erlöst


Adoramus te, Christe,
et benedicimus tibi,
quia per Crucem tuam
redemisti mundum.
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Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus
und preisen Dich;
denn durch Dein Heiliges Kreuz
hast Du die Welt erlöst.

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