Der blühende Mandelbaum am 7. Februar
| Mandelbaum vor dem Zimmer Nazarenas im Oktober 2011, Foto Paul Badde |
Stimme eines Rufers in der Wüste. Lk 3,4; Is 40,3 - (Evangelium 4. Adventsonntag)
| Mandelbaum vor dem Zimmer Nazarenas im Oktober 2011, Foto Paul Badde |
Für Nazarena war ihre Zelle unter den Augen Gottes eine bleibende Selbstaufopferung zu Seiner Ehre und dem Heil und der Heiligung aller Seelen. Sie hatte Gott, der Kirche und ihren Schwestern und Brüdern nichts anderes anzubieten als ein unbegrenztes und unverbrüchliches Vertrauen in die Liebe, die Macht und die Gnade Gottes. Dieses Vertrauen gab ihr in all diesen Jahren Kraft, täglich neu den guten Kampf zu kämpfen; Hoffnung zu haben gegen alle Hoffnung und bereit zu sein, täglich zu sterben und hinzutreten zu dem, der sie hinein gelockt hatte in diese Wüste. Das Wichtigste war ihr Jesus und seine Liebe, die selbst Ketten sprengt. Was zählte, war der Sieg über das Fleisch, den Tod und den Teufel.
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Trotz ihrer Erfahrung, dass die Wüste an den Himmel grenze, die Einsamkeit ununterbrochen sei und nur Gott selber komme, um sie zu schauen, war sie dennoch nicht vor Anfechtungen gefeit. Das, was schon die Wüstenväter erlebten und nach ihnen viele Heilige, widerfuhr auch ihr. Anfechtungen des Teufels, der auf immer andere Art von Gott ablenken will. Im Jahr 1951 starb ihr Vater. Sie vergoss viele Tränen der Trauer, blieb aber in ihrer Zelle. Als ihre Mutter starb, litt sie wieder sehr. Ihre Schwester wollte sie besuchen, doch Nazarena lehnte ab. Überhaupt opferte sie alle Kontakte auf. In der Zelle bleiben bedeutete nicht nur, den äußeren Abstand zu wahren, sondern auch innerlich konsequent zu sein.
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In Schwester Nazarenas lebenslänglichem Exil gab es in der - völlig unberührt gelassenen - Zelle ein Fenster mit Blick nach draußen, auf Roms Palatinhügel gegenüber dem Abhang des Aventin, auf dem ihr Kloster lag, und ein kleines Fenster in der Tür, durch das der Kontakt mit ihr gehalten wurde. Es war aber mit einem Vorhang verhängt, so dass niemand sie jemals sehen konnte. Falls ein persönlicher Kontakt nötig war, verschleierte sich die Reklusin. Niemand sah Nazarena bis zu ihrem Tode. Sie wollte ihr Gesicht, ihre Schönheit aufbewahren für Gott alleine. Die nötigen Kontakte bestanden zu der Schwester, die sie versorgte, zu der Äbtissin, die sie regelmäßig besuchte, zu ihrem Beichtvater sowie zu ihrem geistlichen Vater.
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