Donnerstag, 1. Dezember 2011

Die Reklusin Nazarena, 3


Durch Vermittlung von Pater Eduard Coffy SJ, der ihr neuer geistlicher Vater wurde, und eines Kapuzinerpaters wurde Julia der Äbtissin des Kamaldulenserinnenklosters "St. Antonius der Große" auf dem Aventin in Rom vorgestellt. Am 2. Februar 1938, dem Festtag Mariä Lichtmess, begann sie ihr Postulat. Julia erhielt das weiße Ordenskleid und den Namen Schwester Romualda, in Anlehnung an den Gründer des Ordens, den heiligen Romuald. Aber wiederum fand sie nicht den rechten Platz für sich. Sie suchte die Wüste, die ihr der Herr versprochen hatte, und konnte sie nicht im Gemeinschaftsleben der Kamaldulenserinnen erfahren. Julia hielt Ausschau nach anhaltendem inneren und äußeren Schweigen, der realen Einsamkeit des Körpers, ihres Herzens und ihrer Seele. Schon am 24. Juni war sie wieder auf der Suche nach ihrer Wüste, hinter der Anziehungskraft des karmelitischen Ideals der Einsamkeit. Mit Hilfe Pater Coffys kam sie zu einem kurz zuvor in Rom gegründeten Karmel. Am 21. November 1939 empfing sie dort den Habit der Karmelitinnen.

Es war ihr dritter Versuch, in einem Kloster "Fuß zu fassen". Bald spürte sie jedoch auch hier, dass es nicht ihre Wüste war. Doch diesmal gab sie nicht so schnell wieder auf. Sie prüfte sich länger und erfuhr eine lange Nacht der Seele. Wenn sie diese überstehen würde, so war Julia überzeugt, wäre sie sicher in der Lage, die Wüste zu ertragen.

Am 6. Juli 1944, nach fast fünf Jahren, verließ sie das Kloster, bereit für Kreuz und ihre Einsamkeit, ohne sich weiteren Täuschungen hingeben zu wollen, wie ihre Wüste auszusehen habe. Ein Kapuzinerpater half ihr. Am 31. Oktober 1945 erhielt sie ein Indult von der vatikanischen Religiosenkongregation, nach dem sie nochmals von der Äbtissin des Kamaldulenserinnenklosters aufgenommen werden konnte nun nicht jedoch als Mitglied der Klostergemeinschaft, sondern unter anderen Bedingungen: als Einsiedlerin, mit einem eigenen Lebensstil und einer eigenen Regel. 

(wird fortgesetzt)

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1 Kommentare:

Am/um 1. Dezember 2011 um 15:10 , Blogger Giovanni meinte...

Herzlichen Dank für diese spannende Geschichte--ich hab gestern noch ein wenig nachgegoogelt-erstaunlich!

 

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