Samstag, 12. Mai 2012

13. Mai 1333


Die Mutter Kirche beschenkt ihre Kinder in den Sakramenten, durch Sakramentalien und manch andere wunderbaren Dinge. Auch Heilige, früher sagten manche „Wunder-Heilige“, und so manche seltsamen Heiligen, gehören zu diesen Geschenken, die uns die Kirche gibt. Eine dieser wundersamen Heiligen ist noch ein Kind als sie stirbt und sogleich als Heilige verehrt wird. Was kann denn in diesem Kinderleben schon „besonderes“ passiert sein?

Gut, die Quellenlage ist nicht so günstig. Und im frühen Mittelalter: was kann da schon aus dem heutigen Italien gekommen sein? Sowohl die Erzählungen als auch die Bilder, mit denen uns die Selige nähergebracht wird, sind nicht für unseren gescheiten Verstand geschaffen. Ein Attribut mit dem sie dargestellt wird ist die Hostie, die über ihr schwebt, aber nicht als Brot, sondern als Leib Christi, als Eucharistie: über ihr erscheint so Christus.

Imelda Lambertini wird 1321 in Val di Pietra nahe bei Bologna geboren. Als sie ins Kloster der Dominikanerinnen kam, wo sie den Nonnen zur Erziehung übergeben wurde, war sie noch nicht zur Heiligen Kommunion gegangen. Doch gerade danach sehnte sie sich. Sie wurde als zu jung empfunden. Stets wurde ihr der Kommunionempfang verweigert.

Der Priester nimmt die Hostie auf und spendet sie

 Es war der Tag vor Christi Himmelfahrt. Die Dominikanerinnen knieten an der Kommunionbank. Dort empfingen sie vom Priester die heilige Kommunion und trugen Jesus in ihren Herzen. Bald verließen die Schwestern die Kirche und Imelda war alleine. Sie tat nun, was sie schon oft getan hatte: sie ging zu den Stufen des Altares und kniete nieder. Sie betete, Jesus möge zu ihr kommen. Sie streckte ihre Arme Jesus im Tabernakel entgegen. Schwestern, die zur Arbeit in die Kirche kamen bezeugten, dass ganz von Licht umgeben eine Hostie aus dem Tabernakel heraus kam und über Imeldas Kopf schwebte. Und Imelda sprach: „O Jesus, jetzt bist du so nah; komm ganz zu mir!“ Aber die heilige Hostie blieb über ihrem Kopf schwebend.

Man holte zuerst die Priorin dann den Priester. Immer noch kniete Imelda und schaute mit sehnsüchtigen Augen auf Jesus. Der Priester erkannte die Situation und entschied, das Kind nicht länger warten zu lassen, denn offensichtlich wollte auch Jesus, der Heiland, sie nicht länger warten lassen. Der Priester bekleidete sich mit den Gewändern und ging zu Imelda. Da senkte sich die schwebende Hostie Jesus, in der Gestalt des kleinen weißen Brotes auf die Patene nieder. Voller Andacht und Ehrfurcht nahm der Priester sie in seine Hand und legte sie dem knienden Kind auf die Zunge. Imelda kniete wie verklärt da, den Kopf tief gesenkt, die Hände über der Brust gekreuzt.

Die Schwestern gingen nun wieder ihren Arbeiten nach. Imelda ließen sie in der Kirche. Sie sollte sich mit ihrem lieben Jesus unterhalten dürfen, solange sie wollte. Als zur Mittagszeit Imelda nicht wieder gesehen wurde und man dachte, sie hätte die Glocke nicht gehört, suchte man sie in der Kirche. Den Kopf tief gesenkt kniete sie bewegungslos am Altar. Man stieß sie an und man sprach sie an. Imelda reagierte nicht mehr. Sie war tot; Imelda ist am Tag ihrer ersten heiligen Kommunion heimgegangen. Das war am 13. Mai 1333.

Die unverweste Imelda in der Kirche San Sigismondo in Bologna

Bei allem Schrecken und aller Trauer wussten die Schwestern, dass Imelda direkt in den Himmel gekommen sei. Und sie sprachen und beteten: „Kleine Imelda, bitte für uns! Denn der Heiland, der dich so lieb hat, wird sicher ganz besonders auf dich hören.“

Die Verehrung von Imelda entstand sofort nach ihrem Tod, wurde aber erst 1826 von Papst Leo XII. bestätigt. Ihre Reliquien mit ihrem unverwesten Körper befinden sich in der Kirche San Sigismondo in Bologna.

Die selige Imelda wurde unter Papst Pius X. die Patronin der Erstkommunikanten. Ihr Gedenktag ist der 13. Mai.

Dargestellt wird Imelda mit der über ihr erscheinenden Hostie.

Nachwort
Diese Wunderbare Geschichte bezeugt die Notwendigkeit und Wirksamkeit des sakramentalen Priestertums. Es wäre eine kleine Sache für Gott gewesen, die schwebende Hostie direkt auf die Zunge Imeldas zu legen. Doch die Sehnsucht und Liebe eines Menschen zu Gott reichen nicht aus um dafür das Herz des Herrn zu erweichen. Es bedarf des Priesters. Hier ist er es, der erkennt, dass Gottes Wille offenbar über die bestehenden Vorschriften hinausgeht. Der Priester ist hier der Prophet und wirkt das Wunder. Er bekleidet sich mit den Gewändern des Heiles und spendet das Sakrament. Seine ureigenenste Aufgabe.

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