Sonntag, 11. September 2011

Über die Reinigung des Geistes, 97

Niemals Stillstand

Nach der Ordnung und gemäß den Stufen des philosophischen Lehren müssen wir in jedem Fall nach vorwärts schreiten und eifrig zum Überragenden emporsteigen, da wir uns immerfort um Gott bewegen und niemals einen Stillstand im Guten kennen. Darum nun müssen wir auch von der praktischen Askese zur natürlichen Beschauung der Schöpfung und von ihr zur mystischen Theologie des Wortes emporsteigen und in ihr von allen Werken der leiblichen Übung ruhen, da wir uns über die Niedrigkeit des Leibes erhoben und die gut erwogene Erkenntnis der wahren Unterscheidung erhalten haben.

Wenn wir aber die Erkenntnis dieser Unterscheidung noch nicht empfangen haben und es auch nicht verstehen, auf diese Weise nach vorwärts zu schreiten und uns nach dem Vollkommeneren  auszustrecken, dann sind wir noch schlechter als die Menschen in der Welt, welche keine Grenze in der Steigerung ihrer gegenwärtigen Würde kennen noch einen Stillstand im Aufstieg, bis sie zu einem Zustand gelangt sind, welcher die übrigen Würden überragt, und darin das Streben danach zur Ruhe bringen.

(Philokalie, Bd. 4,  Niketas Stethatos über die Reinigung des Geistes)

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