Freitag, 23. September 2011

Über die Reinigung des Geistes, 109

Augen der Seele

Allen, welche in der praktischen Philosophie den Weg der Gebote Christi zu gehen begonnen haben, nähert sich der Herr unsichtbar, während sie noch einen unvollkommenen Sinn haben und ihre Seele bezüglich des Wortes der Tugend zweifelt, und wandelt zusammen mit ihnen. Demnach werden mit Recht vorläufig auch die Augen ihrer Seele gehalten,' damit sie nicht ihren Fortschritt erkennen, während der Herr mit ihnen wandelt und ihnen einerseits bei der Befreiung von den Leidenschaften behilflich ist und ihnen andererseits die Hand des Beistands reicht zur Vollbringung jeglicher Tugend.

Schreiten sie aber zu den Kämpfen der Frömmigkeit voran und gelangen sie durch Demut zur Leidenschaftslosigkeit, dann will es das Wort nicht (mehr), dass sie sich noch länger mit den Mühen der Tugenden abquälen; es will vielmehr, dass sie weiter vorwärts-schreiten und zur Beschauung erhoben werden.

(Philokalie, Bd. 4,  Niketas Stethatos über die Reinigung des Geistes)

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