Sonntag, 7. August 2011

Über die Reinigung des Geistes, 62

Bemühen

Es ist nicht möglich, Ehre und Schmach zu verachten und sich über Schmerz und Lust zu erheben, wenn man nicht gewürdigt wird, auf das Ende der Dinge zu blicken.

Wenn man nämlich sieht, dass das Ende jeder Ehre und Lust, jedes Genusses, Reichtums und Glücks auf nichts hinausläuft, da der Tod darauf folgt und es zerstört, dann wendet man, nachdem man die Nichtigkeit aller menschlichen Angelegenheiten genau erkannt hat, seine Sinne auf die Vollendung der göttlichen Dinge. Man bemüht sich um jene, welche sind und in keiner Weise vernichtet werden können, erhebt sich jedoch, indem man nach ihnen trachtet, über Schmerz und Lust. Über den Schmerz, da man die Genusssucht, die Ehrsucht und die Besitzgier der Seele niederkämpft; über die Lust jedoch, da man die Sinneswahrnehmung der Welt von sich abschüttelt.

Darum ist man derselbe, ob man geehrt oder entehrt wird. Und wenn man mit Schmerzen und Erholung des Leibes getroffen wird, sagt man in allem Gott Dank und lässt sich in seinem Denken nicht herabziehen.

 (Philokalie, Bd. 4,  Niketas Stethatos über die Reinigung des Geistes)

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