Dienstag, 1. Februar 2011

Trappisten-Abtei Mariawald, Bruder Famian+



Eingang zum Kloster Mariawald

Bruder Famian ist verstorben.
Hier die Würdigung eines ehemaligen Novizen: 

Ja Bruder Famian war wirklich sehr beliebt bei den Gästen. Wenn ein Gast ihn fragte, ob er sich morgens um drei Uhr (vor den Vigilien) einen Kaffee machen dürfte, dann sagte Bruder Famian: "Nein, nein, das kann doch ich machen!" Der Gast wusste natürlich nicht, was das für Bruder Famian bedeutet. Dieser alte Mönch stand morgens als Erster auf und ging abends als Letzter ins Bett. Manchmal hatte er nur zwei/drei Stunden Schlaf.
Aber das war Bruder Famian: Immer opferbereit! Er sehnte sich nach dem Kreuz des Herrn! Seine Aufgaben in der Abtei waren so vielfältig wie umfangreich. Freizeit hatte er nicht. Das wollte er auch gar nicht. Zu den Gästen sagte er immer: "Bei uns Trappisten heißt die Freizeit 'Lectio Divina.'" Müßiggang gab es bei ihm nicht. Er hat ständig gelesen, gebetet, gesungen oder gearbeitet.

Ich will ihn ehren, wenn ich aus seinem harten und strengen Tagesablauf schreibe: Vor den Vigilien bereitete er das Frühstück und den Kaffee für die Mönche, schleppte die schweren Kannen aus dem Gästehaus ins Refektorium. Nach den Vigilien und den Laudes, das heißt nach bis zu zwei Stunden Singen in eisiger Kälte, machte er das Frühstück für die Gäste. Wenn dann noch Zeit blieb, dann ging er in eines seiner Büros und las in der Heiligen Schrift oder übte einige Gesänge.

Kaum hatte er sich aufgewärmt, ging es dann schon wieder für Prim, Kapitel und Messe in die kalte Kirche. Aber an seiner Andacht hat das nichts geändert. Mit seinen gesundheitlichen Gebrechen kniete er auf dem harten Boden und betete seinen Herrn ehrfurchtsvoll an. Nach der Heiligen Messe ließ er sich nie die Zeit für eine gebührende Danksagung nehmen. Aber dann standen schon wieder die nächsten Termine an: Im Gästehaus war etwas vorzubereiten oder ein Novize wartete auf seinen Unterricht.

Den Vormittag und den Nachmittag verbrachte Bruder Famian dann im Gästehaus.

Vor der Vesper hat Bruder Famian das Abendessen für Mönche und Gäste vorbereitet. Niemand wird vergessen, wie er die schweren und heißen Teekannen vom Wagen hob und sich dabei quälte. Nach dem Abendessen hat er meistens den Kreuzweg gebetet und kam dann gerade rechtzeitig zum Kapitel. Nachdem er den ganzen Tag mit dem Schlaf gekämpft hatte, sah er sich nun als der Schwächere. Doch nach der Komplet war der Tag für Bruder Famian noch nicht vorbei: Im Gästehaus warteten noch einige Arbeiten auf ihn...

Bewundernswert war seine großzügige Liebe zum Herrn und vorbildlich seine Treue. Gott Lob: Nun erhält Bruder Famian den Lohn für seine Mühen und hat mit seinem lebenslangen Opfern gewiss viele Menschen aus dem Fegfeuer befreit.
(Quelle: http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?f=20&t=8608&view=unread#unread

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3 Kommentare:

Am/um 4. Februar 2011 um 11:53 , Blogger Giovanni meinte...

danke, das war sehr sehr schön, zu lesen. Endlich sieht er Ihn, den er immer gesucht hat

 
Am/um 7. Februar 2011 um 10:17 , Blogger goderhard meinte...

Ja, so war er. Ich es nur unterstreichen. Ich vermisse ihn schon jetzt.

 
Am/um 7. Februar 2011 um 13:43 , Blogger jos.m.betle meinte...

@goderhard , herzlich willkommen auf diesen Seiten!

 

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