Donnerstag, 17. November 2011

Gregor der Wundertäter, 17. November

 Gregorius Thaumaturgus (213 - 270/275)
* um 213
† um 270 in Neocäsarea, heute Niksar in der Türkei
 Bischof von Neocäsarea (heute Nihsar, Türkei)
Bischof von Neocäsarea
* um 213
† um 270 in Neocäsarea, heute Niksar in der Türkei
Bischof von Neocäsarea
* um 213
† um 270 in Neocäsarea, heute Niksar in der Türkei

Wahrhaftige Nacht erwartet mich statt des bisherigen Tages, statt des bisher glänzenden Lichtes Finsternis, statt des bisherigen Festjubels Trauer, statt der bisherigen Heimat ein feindliches Land, wo ich kein heiliges Lied mehr singen darf, — denn wie sollte ich das in einem Lande, das meiner Seele fremd ist, und wo ich bleiben soll ohne meinem Gott nahen zu dürfen? — dagegen nur weinen und seufzen in der Erinnerung an das, was ich hier gehabt, und vielleicht wird man mir das nicht einmal gestatten. 

Mir kommt es gerade vor, als sei ich einer von ihnen, vertrieben [ ] aus dieser heiligen Stadt, wo Tag und Nacht die heiligen Gesetze, Loblieder und Gesänge und Reden voll tiefer Geheimnisse an unser Ohr tönen, wo das Sonnenlicht ohne Unterbrechung leuchtet, indem wir tagsüber in die göttlichen Geheimnisse eindringen und während der Nacht in der Vorstellung dessen befangen sind, was der Geist am Tage gesehen und behandelt hat, wo überhaupt, um es kurz zu sagen, durchweg die gottbegeisterte Erleuchtung weht. 

Aus dieser Stadt werde ich vertrieben und als Gefangener in ein fremdes Land geschleppt, wo ich nicht mehr in Tönen der Musik meinem Schmerze Ausdruck geben darf, weil ich auch wie jene mein Instrument an den Weiden aufgehängt habe, sondern wo ich an den Flüssen verweilen und im Schlamme meine Arbeit verrichten und meine Lieder nicht mehr werde singen wollen, wenn ich ihrer gedenke; vielleicht aber werde ich sie infolge meiner sonstigen Beschäftigung, die so unedel ist, sogar vergessen, in meinem Gedächtnis geschwächt. Wenn ich aber noch dazu bei meinem Fortziehen nicht nur nicht mit Widerstreben fortgehe wie ein Gefangener, sondern sogar aus freiem Entschluß, nicht von jemand anderem, sondern von mir selbst besiegt, da es mir ja freistünde dazubleiben, so werde ich bei meinem Weggang von hier vielleicht nicht einmal in Sicherheit reisen können wie einer, der aus einer festen und friedlichen Stadt fortzieht; und es kann recht wohl geschehen, daß ich auf meinem Wege unter Räuber gerate, von ihnen gefangen, entblößt und mit vielen Wunden bedeckt werde und dann irgendwo hingeworfen halbtot liegen bleibe. 

(aus: BKV, Gregorius Thaumaturgus - Lobrede auf Origenes)

Russische Ikone, 12. Jh.
(aus: Heiligenlexikon)

Labels: ,

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]

<< Startseite