Freitag, 15. Juli 2011

Über die Reinigung des Geistes, 40

Gottes Bild

Wenn ich etwas bin, dann ist dies nicht unbedingt das, was mich unmittelbar betrifft; und auch wenn mich etwas unmittelbar betrifft, ist dies nicht auch das, was mich umgibt; und auch wenn mich etwas umgibt, ist dies nicht auch das, was außerhalb von mir ist. Vielmehr ist dies eines, jenes etwas anderes und ebenso das übrige.

Ich nämlich bin Bild Gottes und werde in einer geistigen, unsterblichen und vernunftbegabten Seele erblickt; denn ich habe einen Geist als den Vater des Verstandes, und er ist mit der Seele untrennbar verbunden und eines Wesens mit ihr. Was mich aber unmittelbar betrifft, ist meine königliche Würde, die Herrschernatur (meines Geistes), die Vernunftbegabtheit und Eigenmächtigkeit. Was mich umgibt, das ist das, was ich mit freiem Entschluss wählen kann: ein Landmann zu sein, ein Kaufmann, ein Mathematiker oder Philosoph. Was aber außerhalb von mir ist, ist all das, was das ehrgeizige Streben des Lebens und den irdischen Adel betrifft: Reichtum, Ruhm, Ehre, Wohlstand und hohe Würde; oder andererseits Armut, Schande, Unehre und Unglück.

(Philokalie, Bd. 4,  Niketas Stethatos über die Reinigung des Geistes)

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