Fest „Mutter der Göttlichen Vorsehung“
Samstag vor dem 3. Sonntag im November (17.11.2012)
Zur
Geschichte des Festes
Ein
Fest zu Ehren der „Mutter der Göttlichen Vorsehung" ist schon vor 1660
bekannt. Die Theatiner in Lissabon feierten es. 1831 wurde die Erlaubnis der
Festfeier auf alle Kirchen der Theatiner ausgedehnt.
Aber
auch in Genua war das Fest nicht unbekannt. Seit dem Jahre 1732 eiferten vor
allem die Barnabiten für die Verehrung Unserer Lieben Frau von der Vorsehung.
1744 wurde eine Erzbruderschaft unter diesem Titel gegründet, die in der Kirche
S. Carlo ai Catinari in Rom ihre Zentrale hat, wo sich ein Gnadenbild Unserer
Lieben Frau von der Vorsehung befindet. Aber nicht überall wird das gleiche Bild
verehrt. Sogar die einzelnen Altäre dieser Erzbruderschaft zeigen in
verschiedenen Kirchen auch verschiedene Bilder.
Im
Scherbenviertel zu Rom ist eine Kirche der Mutter der Göttlichen Vorsehung
geweiht.
In
Messina in Sizilien wurde bereits 1610/11 eine Kirche gebaut, die der
Gottesmutter unter diesem Titel geweiht ist. Sie ist das Votivgeschenk der
Stadt für die Errettung aus großer Hungersnot, die durch eine langanhaltende
Dürre verursacht war. Von Rom wurde auch die Erlaubnis zu einem entsprechenden
Marienfest gegeben, das aber auf Messina beschränkt blieb. - Verschiedene
religiöse Genossenschaften, die der Vorsehung geweiht sind, feiern auch das
Fest der „Mutter der Göttlichen Vorsehung".
+++
Mutter
der Göttlichen Vorsehung! Wie traut und beruhigend das klingt! Was mag es uns
zu sagen haben?
In
allererster Linie möchte es uns wohl darauf aufmerksam machen, wie Mariens
irdisches Leben von Gottes ausgesuchtester Vorsehung geleitet war. Man kann sie
sich doch am wenigsten fortdenken von einem Menschenkinde, das eigens zur
Ausführung der Pläne Gottes erdacht und zur Vollendung seiner feinsten Werke
erschaffen worden war. Denken wir etwa bloß an Mariens Sündenlosigkeit. Durch
eine Welt zu pilgern, die so sehr im Argen liegt, dass St. Paulus meint, man
müsse aus ihr herausgehen, wenn man mit dem Bösen keine Berührung mehr haben
wollte, durch eine solche Welt viele Jahrzehnte hindurchzupilgern, wie Maria es
tat, ohne mit dem geringsten Sündenstäublein sein Herz zu belasten, kann gar
nicht gedacht werden, es sei denn, Gott sende eigens seine Engel, damit der
Auserwählten Fuß an keinen Stein sich stoße, unbeschadet über Schlangen und
Skorpionen gehe und inmitten von Drachen und Löwen unverletzt verweilen könne.
Niemand
anders hat Maria im hl. Josef jenen Ehegemahl zugeführt, mit dem sie in
jungfräulicher Liebe verbunden sein konnte, als die Vorsehung des
Allerhöchsten. Darum hat die christliche Phantasie diese Wahl mit entzückenden Geschichten
ausgeschmückt, und zahlreiche Künstler haben es auf ihren Bildern so verzeichnet.
Wie sehr bedurfte doch die Jungfrau von Nazareth, welche die. Eltern nach ihrem
maßgebenden Willen und des Landes Sitte verehelichen wollten, der göttlichen
Vorsehung, da sie still im Herzen ihrem Gotte sich gelobt hatte. Wie vertrauend
empfahl die junge Mutter die Zeichen ihrer heiligen Schwangerschaft dem
göttlichen Wegführer, als sie im Gesichte ihres heiligen Bräutigams die
Merkmale seines Bedenkens nicht mehr übersehen konnte! Unsere Maler haben gerne
die Engel gezeichnet, welche die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten vor
dem Mordstahl des Herodes beschützen sollten. Wie mag die besorgte Mutter sich
und ihr Kind der göttlichen Vorsehung empfohlen haben, als sie es auf der
traurigen Rückkehr zum Tempel in Sehnsucht suchte! So wird es noch mehrfach in
ihrem Erdenleben gewesen sein, da es von Leid und Schmerz gekennzeichnet ist.
Wer könnte sich daher liebend in Mariens Leben vertiefen, ohne sich ganz
vertrauend der göttlichen Vorsehung anheimzugeben, wie Sie es tat?
Mutter
der Göttlichen Vorsehung hat vielleicht einen noch tieferen Klang. Ist denn je
aus Gottes Vorsehungsplänen etwas Vorzüglicheres und Feineres hervorgegangen als
Mariens Kind, der Menschheit Erlöser? Wird es doch deswegen der Bote des großen
Ratschlusses genannt, jener göttlichen Beratung über der Menschen Fall und
Wohl, dem das menschgewordene Erbarmen Gottes in Mariens Mutterschoß zu
verdanken ist. Es ist so, als ob Maria in ihrem Schoße Gottes gesamte Vorsehung
umschlossen und mütterlich gehegt hätte. Mutter der Göttlichen Vorsehung! Wie
traut und fein!
Ist
sie es nicht auch heute noch, da ihr der Herr das Amt der Gnadenausteilung anvertraute?
Bahnt sie nicht gleichsam im Himmel droben der göttlichen Vorsehung um unserer
Seelen Heil die Wege? Durchdringt sie deren Pläne nicht mit ihrem fürbittenden
Gebet? Vertraut darum nicht das Christenherz Mariens Schutz seine Wege an, die
es bei der Mutter der Göttlichen Vorsehung am besten empfohlen weiß?
Kirchengebet
Gott,
Deine Vorsehung
täuscht
sich in ihren Anordnungen nicht.
Wir
bitten Dich flehentlich,
halte
auf die Fürbitte Mariä, der seligen
Jungfrau
und Mutter Deines Sohnes, alles Schädliche
von uns fern und gewähre uns all das, was
uns
heilsam ist.
(nach:
C. Feckes, So feiert dich die Kirche, Steijl 1954)
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Maria,
Mutter der Göttlichen Vorsehung
Scipione
da Gaeta, Rom, S. Carlo
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Labels: Foto, Kirche, Liturgie, Muttergottes
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