Montag, 31. Oktober 2011

Traurigkeit oder Acedia, 16

[16] - In diesen drei Texten ist der Kontext der Arbeit das Umfeld, auf dem die Traurigkeit gedeihen kann, die gewöhnlich das Vorspiel zur Acedia ist: 

Die Krankheit annulliert das Heilmittel, und die Arbeit kann kein Heilmittel mehr gegen Faulheit sein...

Auf der anderen Seite finden wir unter den Instrumenten der geistlichen Kunst die folgenden:

Nicht schlafsüchtig sein... nicht träge sein... den Tag des Gerichts fürchten... das ewige Leben mit aller Begierde des Geistes ersehnen... den drohenden Tod täglich vor Augen haben... die heiligen Lesungen gerne hören... nicht aus Neid handeln... niemals an Gottes Barmherzigkeit zweifeln (RB 4). 

Beziehen diese Stellen sich nicht in der einen oder anderen Weise auf den Mittagsdämon der Acedia?

Benedikts Vorstellung von Acedia ist ziemlich ähnlich derjenigen von Johannes Cassian in seinen Zönobitischen Institutionen: Acedia, Müßiggang und Traurigkeit gehen immer zusammen, und die Arbeit ist genau die Art von Medizin, die sie heilt.

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